Aktuelles - Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln https://www.wiso.uni-koeln.de/ Aktuelle Hinweise und Nachrichten aus der Forschung und Lehre der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln de-de WiSo-Fakultät Mon, 17 Jun 2019 14:52:08 +0200 Mon, 17 Jun 2019 14:52:08 +0200 TYPO3 EXT:news news-17493 Tue, 11 Jun 2019 08:19:03 +0200 Studie zur Jugendgewalt an Schulen https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/studie-zur-jugendgewalt-an-schulen/ Prof. Dr. Kroneberg publiziert in der Fachzeitschrift „Social Networks“. Physische Gewalt an Schulen tritt relativ selten zwischen Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher ethnischer Herkunft auf. Zu diesem Ergebnis kommt eine soziologische Studie der Universität zu Köln, in der erstmals an einer großen Zahl von Sekundarschulen Daten dazu erhoben wurden, wer wen manchmal schlägt oder tritt. Die Datenbasis der Studie bildet eine Befragung von über 2.500 Schülerinnen und Schülern der 7. Jahrgangsstufen von 39 Gesamt-, Real- und Hauptschulen in fünf Städten des Ruhrgebiets. Die Ergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift „Social Networks“ veröffentlicht.

Die Studie von Mark Wittek, Professor Dr. Clemens Kroneberg und Kathrin Lämmermann betrachtet erstmals das Zusammenspiel von Freundschaften, Antipathie- und Gewaltbeziehungen im Schulkontext. Bisherige Forschungsarbeiten hatten beobachtet, dass in Schulen mit ethnisch getrennten Freundschaftsnetzwerken tendenziell mehr Gewalt auftritt. Dies wurde als Zeichen dafür interpretiert, dass ethnische Gruppen miteinander eher in Konflikt geraten, also gewissermaßen um die Vorherrschaft auf dem Schulhof kämpfen, und dass sich durch den Mangel an interethnischen Freundschaften stärkere Feindbilder aufbauen. Die Ergebnisse der neuen Studie zeigen jedoch, dass der überwiegende Teil der Gewaltakte in solchen Schulen innerhalb der getrennten Freundesgruppen stattfindet.

Professor Dr. Clemens Kroneberg, Leiter des Projekts „Freundschaft und Gewalt im Jugendalter“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des European Research Council Projekts SOCIALBOND, stellt deshalb klar: „Einzelne Vorfälle oder Anstiege von Schulgewalt werden häufig als Folge ethnischer Vielfalt und inter-ethnischer Spannungen gedeutet – je nach politischer Orientierung werden dabei Schüler mit Migrationshintergrund vermehrt als Täter oder aber als Opfer von Gewalt vermutet. Unsere Analysen zeigen, dass Gewalt zwischen Schülern unterschiedlicher ethnischer Herkunft eher die Ausnahme ist. Vor allem in Schulen, in denen ethnische Gruppen überwiegend unter sich bleiben, also untereinander befreundet sind, findet Gewalt eher innerhalb als zwischen diesen Gruppen statt.“

Eine Hauptursache für diesen Zusammenhang sei, dass Schülerinnen und Schüler, die befreundet sind oder gemeinsame Freunde haben, mehr Freizeit miteinander verbringen. Sie befinden sich daher öfter in Situationen, in denen es zu Provokationen, Statuskämpfen und physischen Auseinandersetzungen kommen kann.

Das Ergebnis der Studie verdeutlicht am Beispiel der Gewalt das sogenannte „Integrationsparadox“: Ein Mehr an Auseinandersetzungen ist häufig Folge einer voranschreitenden Integration. Schulen, in denen physische Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen unterschiedlicher ethnischer Herkunft besonders selten sind, sind eher durch ethnisch getrennte Freundesgruppen und Antipathie zwischen Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft gekennzeichnet.

Generell wird Gewalt umso wahrscheinlicher, je näher sich Jugendliche im Freundschaftsnetzwerk einer Jahrgangsstufe sind. Antipathie – eine Mitschülerin oder einen Mitschüler nicht zu mögen – wird dagegen umso wahrscheinlicher, je weiter entfernt voneinander sie im Freundschaftsnetzwerk sind.

Gewalt unter befreundeten Jugendlichen ist zwar absolut gesehen selten: Sie tritt in nur sechs Prozent aller Freundschaften auf. Aber immerhin 20 Prozent aller Beziehungen, in denen es manchmal zu physischen Auseinandersetzungen kommt, sind Freundschaften.

Generell ist physische Gewalt in den untersuchten 7. Jahrgangsstufen noch relativ weit verbreitet: Knapp die Hälfte der Befragten werden als Täter genannt. Allerdings sind knapp 40 Prozent weder als Täter noch als Opfer involviert. Zudem nimmt die Gewaltbelastung im Befragungszeitraum (2013 bis 2016) kontinuierlich bis zur 10. Jahrgangsstufe ab.

 

Inhaltlicher Kontakt:       
Prof. Dr. Clemens Kroneberg
Lehrstuhl für Soziologie I, DFG Projekt „Freundschaft und Gewalt im Jugendalter“, ERC Starting Grant Projekt SOCIALBOND
Institut für Soziologie und Sozialpsychologie (ISS)
+49 221 470-4406
c.kronebergSpamProtectionuni-koeln.de

Presse und Kommunikation:
Sarah Brender
+49 221 470-1700
s.brenderSpamProtectionverw.uni-koeln.de

Zur Publikation:
Mark Wittek, Clemens Kroneberg, Kathrin Lämmermann, 2019: „Who is fighting with whom? How ethnic origin shapes friendship, dislike, and physical violence relations in German secondary schools”, Social Networks. https://doi.org/10.1016/j.socnet.2019.04.004

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news-17425 Tue, 21 May 2019 09:23:25 +0200 "Wussten Sie schon, dass...?" https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/wussten-sie-schon-dass-4/ Neue Studie von Karsten Hank und Martin Wetzel veröffentlicht. Wussten Sie schon, dass sich Menschen mit und ohne gleichgeschlechtliche Partnerschaftserfahrung kaum in ihren Erwartungen bezüglich Partnerschaft und Elternschaft unterscheiden?

Das Zusammenleben gleichgeschlechtlicher Paare, auch mit Kindern, gewinnt zunehmend an gesellschaftlicher Akzeptanz. Dies spiegelt sich auch in veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen wieder, zum Beispiel in der „Ehe für alle“, die es seit 2017 auch in Deutschland gleichgeschlechtlichen Paaren erlaubt, zu heiraten. Auch die sozialwissenschaftliche Forschung widmet sich seit geraumer Zeit der Lebenssituation Homosexueller. Familiendemographische Auswertungen amtlicher Statistiken, meist aus den USA oder Skandinavien, zeigen u.a., dass Homosexuelle seltener eheähnliche Beziehungen eingehen, ein etwas höheres Trennungsrisiko aufweisen und seltener Kinder haben, als Heterosexuelle. Bislang gab es jedoch kaum Erkenntnisse darüber, inwieweit sich Erwartungen an Partnerschaft und Elternschaft je nach sexueller Orientierung unterscheiden.


Die ISS-Forscher Karsten Hank und Martin Wetzel sind dieser Frage auf Basis von Daten der ersten Befragungswelle des Beziehungs- und Familienpanels pairfam nachgegangen. In Interviews mit fast 7.500 Personen im Alter von Mitte-20 und Mitte 30 (darunter mehr als 100 Befragte, die angaben, in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft zu leben oder gelebt zu haben) wurden, erstens, Informationen darüber erhoben, welche Erwartungen bezüglich praktischer und emotionaler Unterstützung durch den Partner bestehen, wie sehr man befürchtet, dass die individuelle Autonomie in der Partnerschaft eingeschränkt werden könnte, oder dass der Partner von Eltern und Freunden nicht akzeptiert werden könnte. Darüber hinaus wurde, zweitens, gefragt, inwieweit die Studienteilnehmer Unterstützung, ökonomische und nicht-ökonomische Einschränkungen, sowie mentale Belastungen durch Kinder erwarten.


Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass Personen, die in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung leben oder gelebt haben, tendenziell weniger Vorteile von einer Partnerschaft erwarten, als Heterosexuelle. Statistisch signifikante Unterschiede in Bezug auf die Erwartungen an Elternschaft finden sich jedoch nicht. Die Befunde fügen sich somit gut in ein Gesamtbild neuerer Forschung ein, das – nach Kontrolle struktureller Einflussfaktoren – keine grundlegenden Unterschiede in demographischen Verhaltensweisen und Familienbeziehungen in Abhängigkeit von der sexuellen Orientierung aufzeigt.

 

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news-17416 Mon, 20 May 2019 11:14:38 +0200 Prof. Dr. Ockenfels federführend beim Brief des Wissenschaftlichen Beirats beim BMWi zum Thema „Eine marktorientierte Verkehrswende“ https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/prof-dr-ockenfels-federfuehrend-beim-brief-des-wissenschaftlichen-beirats-beim-bmwi-zum-thema-eine/ Prof. Dr. Ockenfels wirkte federführend und engagiert am Brief des Wissenschaftlichen Beirats beim BMWi zum Thema „Eine marktorientierte Verkehrswende“ mit. Prof. Dr. Ockenfels wirkte federführend und engagiert am Brief des Wissenschaftlichen Beirats beim BMWi zum Thema „Eine marktorientierte Verkehrswende“ mit.

Mehr Informationen und Einsicht in den Brief hier.

Auch die Süddeutsche Zeitung berichtet hier.

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news-17407 Mon, 20 May 2019 08:57:57 +0200 Professur für Strategie: Masterstudent erhält Stifterpreis Bildung & Integration https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/professur-fuer-strategie-masterstudent-erhaelt-stifterpreis-bildung-integration/ Zum ersten Mal vergab der Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds, die Universität zu Köln und die TH Köln in diesem Jahr den Stifterpreis Bildung & Integration. Zum ersten Mal vergab der Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds, die Universität zu Köln und die TH Köln in diesem Jahr den Stifterpreis Bildung & Integration. Der Preis wurde durch das Stifterehepaar Katja und Fred Bänfer initiiert und wird an Studierende verliehen, die sich in ihren Abschlussarbeiten auf herausragende Weise mit der Bewältigung von gesellschaftlichen Herausforderungen im Themenfeld Bildung und Integration auseinandersetzen.

In der Kategorie Masterarbeit wurde Sebastian Koch ausgezeichnet, der seine Masterarbeit im Rahmen eines Studiums an der WiSo-Fakultät der Universität zu Köln an der Professur für Strategie verfasste. Dabei wurde er von Prof. Matthias Heinz betreut. In seiner Masterarbeit beschäftigt sich Sebastian Koch mit der Arbeitsmarktintegration zugewanderter Studierender in Deutschland. Er zeigt, dass sich zugewanderte Studierende weniger effektiv auf den Arbeitsmarkteintritt vorbereiten als einheimische Studierende und dass dies auch dadurch zu erklären ist, dass es zugewanderten Studierenden an Wissen zur Funktionsweise des deutschen Arbeitsmarktes mangelt.

Das Foto zeigt von links nach rechts den Stifter Fred Bänfer, Sebastian Koch, die Staatssekretärin für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW, Serap Güler, sowie den Betreuer der Masterarbeit, Prof. Matthias Heinz.

Wir gratulieren Herrn Koch ganz herzlich!

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news-17338 Mon, 29 Apr 2019 12:42:05 +0200 Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/kuenstliche-intelligenz-in-der-arbeitswelt/ Forschungsarbeit untersucht die Wirkungen von künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz Wie wird die künstliche Intelligenz den Arbeitsplatz der Zukunft und damit die Arbeitsbedingungen beeinflussen? Diesem spannenden Thema widmet sich eine Forschungsarbeit von Jun. Prof. Dr. Andreas FügenerProf. Dr. Jörn Grahl und Prof. Dr. Wolfgang Ketter der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln, sowie Alok Gupta der University of Minnesota. Sie untersuchten dabei unter anderem, wie und ob Menschen und Roboter zusammen arbeiten können und wie sich dadurch in Zukunft die Arbeit der Menschen verändern kann. Mehr Informationen zur Forschungsarbeit finden Sie hier.

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news-17240 Mon, 08 Apr 2019 09:17:46 +0200 Klassenunterschiede und Populismus: Journalist Michael Seemann eröffnet Vortragsreihe https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/klassenunterschiede-und-populismus-journalist-michael-seemann-eroeffnet-vortragsreihe/ Fortführung der Debatten-Reihe „Wahrheit, Populismus, Internet“ Menschen, die im Privaten der Globalisierung positiv gegenüberstehen, erleben Populismus anders. Das ist eine Kernthese des Medienwissenschaftlers, Bloggers und Journalisten Michael Seemann über die „Globale Klasse“, über die er am 11. April in der öffentlichen Debatten-Reihe „Wahrheit, Populismus, Internet – Recht und Regulierung im digitalen Zeitalter“ sprechen wird. Die Presse sowie alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich zur Veranstaltungsreihe eingeladen.

 

 

 

Termin:
Donnerstag, 11. April 2019, 18:00 Uhr
„Die Globale Klasse: Impuls-Vortrag von Michael Seemann in der Reihe Wahrheit, Populismus, Internet“
Universität zu Köln, Hörsaalgebäude, Hörsaal D, Universitätsstr. 35, 50923 Köln

„Recht und Regulierung im digitalen Zeitalter“ im Sommersemester 2019 ist die Fortsetzung der Reihe „Fake News und Macht im digitalen Zeitalter“, die im letzten Semester sehr erfolgreich angelaufen war und im WDR3, dem Kulturpartner der Universitäts- und Stadtbibliothek, übertragen wurde. So drehen sich die Veranstaltungen nun um die Konstellationen neuer populistischer Kommunikation und der Frage nach Regulierung, Regulierbarkeit, Regulierungsbedarf und Überregulierung im Internet.

Weitere Termine:
Montag, 13. Mai 2019, 18:00 Uhr
„Rattenfänger, Lügner, Demokraten? Populistische Kommunikation in neuesten Medien (Podiumsdiskussion)“
Universität zu Köln, Seminargebäude, Tagungsraum im Erdgeschoss, Universitätsstr. 37, 50923 Köln

Montag, 1. Juli 2019, 18:00 Uhr
„Regeln für Facebook & Co? Gesetze, Konventionen und Bedingungen für die neue Mediengesellschaft (Podiumsdiskussion)“
Universität zu Köln, Seminargebäude, Tagungsraum im Erdgeschoss, Universitätsstr. 37, 50923 Köln

Die Reihe wird gemeinsam von der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln, dem Institut für Medienkultur und Theater, dem Center for Data and Simulation Science, dem Institut für Digital Humanities und dem Dezernat für Kommunikation und Marketing der Universität zu Köln veranstaltet. Initiatoren sind der Medienkulturwissenschaftler Professor Dr. Stephan Packard und Bibliotheksdirektor Dr. Hubertus Neuhausen.

Stephan Packard sagt: „In der Angst vor populistischen Bewegungen und technisch verbreiteter Desinformation, aber auch vor Überwachung, Hate Speech und Gewaltandrohungen sowie vor Verletzungen von Privatsphären, Persönlichkeitsrechten und geistigem Eigentum wird eine dreifache Sorge laut: Dass im Internet ein rechtsfreier Raum entstehe, der nicht mehr gesetzlich zu regulieren sei; dass andererseits und im Gegenteil ein überregulierter Raum entstehe, in denen Gesetzgeber Meinungsfreiheit, Briefgeheimnis und andere Grundrechte nicht mehr achten; oder aber dass der digitale Raum unter den Einfluss neuer Mächte fallen könnte, die aus kommerziellen oder politischen Interessen das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer gegen deren Willen und vielleicht ohne ihr Wissen regulieren.“ Über diese Ängste soll es in der Veranstaltungsreihe gehen.

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news-17124 Wed, 13 Mar 2019 14:00:28 +0100 Versorgungsketten nach einem Brexit: Teurere Produkte und Lieferverzögerung drohen https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/versorgungsketten-nach-einem-brexit-teurere-produkte-und-lieferverzoegerung-drohen/ Interview mit Andreas Fügener Ein No-Deal Brexit, also ein Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, rückt näher.

Wie sich das auf die Lieferkette von Produkten auswirken kann, erklärt Jun-Prof. Dr. Andreas Fügener, Supply Chain Management-Experte an der Universität zu Köln, im folgenden Gespräch:

Presseinformation der Universität zu Köln vom 13. 3. 2019

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news-17020 Mon, 18 Feb 2019 16:51:42 +0100 Stipendium für einen Studenten der WiSo-Fakultät https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/stipendium-fuer-einen-studenten-der-wiso-fakultaet/ Jürgen Manchot Stiftung fördert praxisnahes Promotionsvorhaben Sidney Block, Masterstudent im Studiengang Corporate Development, erhält für mindestens zwei Jahre ein Promotionsstipendium von der Jürgen Manchot Stiftung aus Düsseldorf. In seiner Promotion an der Professur für Strategy von Prof. Dr. Matthias Heinz will sich Herr Block in mehreren Projekten mit den kausalen Effekten von Managementpraktiken in Unternehmen auseinandersetzen. In einem großangelegten Forschungsprojekt plant Herr Block zum Beispiel mit Daten von mehreren Einzelhandelsketten zu testen, ob Mystery Shopping eine gute Methode zur Messung von Servicequalität und der finanziellen Leistungsfähigkeit ist.

Wir danken der Jürgen Manchot Stiftung herzlich für die finanzielle Förderung des Promotionsvorhabens unseres Kölner Studierenden und wünschen Herrn Block viel Erfolg bei seiner Promotion an der Professur für Strategy!

 

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news-16976 Fri, 08 Feb 2019 10:11:37 +0100 Soziologischer Aschermittwoch https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/soziologischer-aschermittwoch/ Mit Hartmut Esser, Thomas Hinz, Stefan Hirschauer, Stephan Lessenich und Monika Wohlrab-Sahr Vor 100 Jahren wurde in Köln das erste Forschungsinstitut für Sozialwissenschaften in Deutschland gegründet. Neben einer Reihe anderer Veranstaltungen zum 100jährigen Jubiläum findet aus diesem Anlass am 6. März 2019 der erste „soziologische Aschermittwoch“ statt. Bezugspunkt dieser öffentlichen Diskussionsveranstaltung ist die aktuelle Auseinandersetzung um die zukünftige Ausrichtung der Soziologie und den Umgang mit der dieses Fach kennzeichnenden Vielfalt an Ansätzen, Methoden und Wissenschaftsverständnissen.

Wie kritisch kann und soll die Soziologie sein?
Hintergrund ist die Gründung der sog. „Akademie für Soziologie“, die teilweise als Konkurrenz zur „Deutschen Gesellschaft für Soziologie“ wahrgenommen wird. Dabei wird gerade das Verhältnis von empirisch-analytischer Soziologie – die häufig als Kern der sog. „Kölner Schule“ angesehen wird – zu anderen Ansätzen kontrovers diskutiert: Wie kritisch oder wertneutral kann und soll die Soziologie sein? Wie positioniert sie sich im Verhältnis zu Nachbardisziplinen? Welche methodischen Standards sind einzuhalten und wie kann die Soziologie der lauter werdenden gesellschaftlich-politischen Polemik gegenüber wissenschaftlicher Erkenntnis entgegentreten?

Der von Professor Clemens Kroneberg (Institut für Soziologie und Sozialpsychologie) und der Hochschulgruppe Sozialwissenschaften organisierte „soziologische Aschermittwoch“ soll diese Diskussion in Köln gerade auch für Studierende sichtbar machen. Hierzu kommen am 6. März 2019 zentrale Figuren dieser Diskussion und bekannte Fachvertreter*innen nach Köln.

Referent*innen
Den Anfang machen zwei Impulsvorträge von Thomas Hinz (Konstanz) und Stephan Lessenich (München), die anhand konkreter Beispiele veranschaulichen werden, was Soziologie ihrer Ansicht nach (nicht) leisten kann und sollte. Daran an schließt eine 90minütige Podiumsdiskussion, an der neben den beiden Referenten Hartmut Esser (Mannheim), Stefan Hirschauer (Mainz) und Monika Wohlrab-Sahr (Leipzig) teilnehmen werden. Auch für das Publikum besteht die Möglichkeit sich in die Diskussion einzubringen. Der soziologische Aschermittwoch ist einem offenen, kontroversen Austausch verpflichtet und wird im besten Fall sowohl lehrreich als auch unterhaltsam sein.

Hinweis:
Bitte registrieren Sie sich vorab kostenlos für die Veranstaltung über die folgende Webseite: Eventbrite

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Lehre/Veranstaltungen
news-16846 Tue, 22 Jan 2019 14:30:47 +0100 Jan Recker forschungsstärkster Betriebswirt "Unter 40 Jahre" https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/jan-recker-forschungsstaerkster-betriebswirt-unter-40-jahre/ WirtschaftsWoche-Ranking Professor Jan Recker von der Universität zu Köln ist im deutschsprachigen Raum laut einem aktuellen WirtschaftsWoche-Ranking der erfolgreichste Betriebswirt unter 40 Jahren. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen das Design von Informationssystemen und digitale Innovationen. Ziel dabei sei, so Recker, Mensch und Maschine gleichermaßen zu verstehen und sie in der Forschung zusammenzubringen. In seiner jüngsten Veröffentlichung thematisiert er die Verbindung von Digitalisierung und nachhaltiger Unternehmensentwicklung. Recker erklärt dazu gegenüber der WirtschaftsWoche, dies sei wichtig, denn die IT sei einer der größten Ressourcenfresser unserer Zeit.

Mehr zum Ranking: Jan Recker: Wie tickt der Jungstar der BWL? (WiWo, 21.1. 2019)

Weitere Informationen zur Person: Jan Recker bei "Find an Expert"

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news-16842 Tue, 22 Jan 2019 11:41:54 +0100 Gremienwahlen vom 22.01. bis 24.01 https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/gremienwahlen-vom-2201-bis-2401/ Wahlen zum Senat, zur Gleichstellungskommission und zur Engeren Fakultät Von heute, 22.01., bis Donnerstag, 24.01, finden die Wahlen zum Senat, zur Gleichstellungskommission und zur Engeren Fakultät statt.

Beschäftigte der Universität zu Köln können Ihre Stimmen jeweils von 9 bis 16 Uhr im Raum 20 (Fakultätssitzungssaal) im WiSo-Schlauch abgeben.

Die einzelnen KandidatInnen der Wahllisten können Sie hier einsehen: Bekanntgabe der KandidatInnen für die Wahlen vom 22.01. bis 24.01.2019

 

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news-16829 Thu, 17 Jan 2019 14:23:05 +0100 Honorarprofessur für Dr. Christian Glasmacher https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/honorarprofessur-fuer-dr-christian-glasmacher/ Berufung durch das Institut für Messewirtschaft der Universität zu Köln Wir gratulieren herzlich: Am 16. Januar 2019 wurde Dr. Christian Glasmacher der Titel eines Honorarprofessors verliehen. Seit 12 Jahren engagiert er sich als Lehrbeauftragter am Institut für Messewirtschaft der Universität zu Köln, das die Koelnmesse im Jahr 1999 mitgegründet hat. Als Mitglied der Geschäftsleitung und Bereichsleiter Unternehmensentwicklung der Koelnmesse fungiert er damit als Schnittstelle zwischen Institut und Unternehmen.

Anlässlich des 75-jährigen Firmenjubiläums der Koelnmesse im Sommer 1999 wurde gemeinschaftlich mit der Universität zu Köln das Institut für Messewirtschaft gegründet und der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät angeschlossen. Damit war das erste deutsche Institut für Messewirtschaft auf Universitätsebene geschaffen. "Ich bin stolz auf unsere langjährige erfolgreiche Kooperation mit der Universität. Die Mitwirkung der Koelnmesse ermöglicht den Studierenden dank Vorlesungen renommierter Referenten und durch Besuche von Messeveranstaltungen direkte Einblicke ins Messegeschäft", erklärt Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse.

Auf Initiative der Universität wurde Dr. Christian Glasmacher nun nach 12-jähriger Lehrtätigkeit für eine Honorarprofessur vorgeschlagen. Der Titel wurde ihm offiziell im Rahmen einer Feierstunde in der Universität vom Dekan der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät, Herrn Prof. Dr. Werner Mellis, verliehen. "Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung und bedanke mich ganz herzlich für das entgegengebrachte Vertrauen", so der frisch ernannte Prof. Christian Glasmacher.

Bachelor-Studierende am Institut für Messewirtschaft können das Schwerpunktmodul Messewirtschaft als eine von zwei im Bachelorstudium vorgesehenen Profilgruppen belegen, in dem Prof. Glasmacher die beiden Lehrveranstaltungen "Strategisches Messemanagement" und "Operatives Messemanagement" hält. "Es ist bereichernd, die jungen Leute auf ihre berufliche Laufbahn vorzubereiten und die Chance zu nutzen, junge Talente mit dem Messegeschäft bekannt zu machen. So unterstützen wir gezielt Bildung und Wissenschaft in Köln und fördern gleichzeitig den Managementnachwuchs unserer Branche", ergänzt Prof. Glasmacher.

Einzigartige Ausbildungsmöglichkeiten am Messeinstitut

Seit 1999 betreut das Institut das Schwerpunktmodul "Messewirtschaft" im Bachelorstudium, betreibt Grundlagen- und angewandte Forschung zu messebezogenen Themen und forciert die Umsetzung wissenschaftlicher Ergebnisse in die Praxis.

Die universitäre Ausbildung von Führungskräften für die Messewirtschaft wie sie an der Universität zu Köln gelebt wird, ist einzigartig. Das Institut versteht sich als Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis: Jedes Jahr engagieren sich zahlreiche Mitarbeiter der Koelnmesse als Gastdozent*innen und sorgen so neben der Theorie für die optimale Praxisnähe. Und das mit Erfolg: Seit der Gründung besuchen immer mehr Studierende die Vorlesungen des Instituts und bewerten es in regelmäßigen Umfragen überdurchschnittlich positiv. Und eine Reihe von Absolventen ist längst an wesentlichen Positionen der Messewirtschaft in ganz Deutschland und darüber hinaus tätig.

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news-16479 Tue, 13 Nov 2018 13:11:36 +0100 Verbundprojekt „OERinForm“ https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/verbundprojekt-oerinform/ Beratung für Medien- und E-Learningzentren an Hochschulen Lehrkräfte der Uni Köln und Interessierte können sich jetzt beim Zentrum Netzwerk Medien der Humanwissenschaftlichen Fakultät zum Themenbereich frei zugängliche Bildungsmaterialien, den sogenannten Open Educational Resources (OER) beraten lassen. Ob rechtliche Hintergrundinfos und praktische Anwendung von OER oder die Installation des OER-Plugins in ILIAS – das neue Serviceangebot ist das Ergebnis eines Verbundprojekts („OERinForm“), welches das Netzwerk Medien initiiert und an dem es sich für die Uni Köln über den Zeitraum von 18 Monaten beteiligt hatte. Gemeinsam mit fünf weiteren Hochschulen (Uni Augsburg, HU Berlin, JGU Mainz, HHU Düsseldorf, FAU Erlangen-Nürnberg) wurde in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt ein Informations- und Beratungskonzept für Medien- und E-Learningzentren an Hochschulen entwickelt, das jetzt in Köln in die Praxis überführt worden ist.

„Wir möchten Interessierten konkrete Anwendungsmöglichkeiten zum Thema Offene Bildungsmaterialien im Hochschulbereich an die Hand geben und weitere Menschen dafür begeistern. Dozentinnen und Dozenten können sich bei uns über frei zugängliche Lehr-Lernmaterialien informieren und wir zeigen ihnen technische Lösungen, die wir im Verbundprojekt eigens entwickelt haben“, sagt Dr. Udo Kullik, Koordinator des Projekts und Leiter des Netzwerk Medien an der Universität zu Köln. „Für uns ist es ein großer Gewinn, dass wir nun langfristig die Rolle eines kompetenten OER-Beraters an der Uni Köln einnehmen können. Ziel ist es, dass sich noch mehr dafür engagieren, offene Bildungsmaterialien zu suchen, zu nutzen, zu erstellen und mit anderen zu teilen.“

Den Lehrenden stehen unter oer.amh-ev.de eine Vielfalt an Infomaterialien zu OER kostenlos zur Verfügung. Gleichzeitig können sie sich mit dem Input zu kreativen OER Lösungen ihre eigenen Ideen umsetzen und als offene Bildungsmaterialien verbreiten.  Neben einem Reputationsgewinn der Lehrpersonen steigert sich so auch der Bekanntheits- und Nutzungsgrad der erstellten Materialien. Der erleichterte Zugang bietet außerdem Lernenden die Chance, sich Themen kostenfrei anzueignen.

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news-16404 Mon, 05 Nov 2018 13:43:33 +0100 Vertrauen ins Bankensystem? https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/vertrauen-ins-bankensystem/ Ein Gespräch mit Prof. Thomas Hartmann-Wendels Bankenstresstest, die bevorstehenden US-Wahlen zum Repräsentantenhaus, Niedrigzinsen oder die Digitalisierung: Banken haben derzeit viele Baustellen. Doch auf dem Vertrauen auf Banken basiert eine gesunde Wirtschaftsentwicklung. Ein Gespräch mit Prof. Thomas Hartmann-Wendels von der WiSo-Fakultät der Universität zu Köln über große Krisen und die deutschen Banken.

Können die Wahlen zum Repräsentantenhaus am 6. November in Amerika eine Auswirkung auf die Banken haben?

Die anstehenden Wahlen zum Repräsentantenhaus entscheiden darüber, ob Trump seine Politik der Deregulierung der Banken ungestört fortsetzen kann oder ob die Demokraten diese Entwicklung hemmen oder gar verhindern können. Eine Deregulierung beflügelt zunächst einmal die Geschäftsmöglichkeiten der Banken, allein die Ankündigung von Maßnahmen zur Deregulierung hat die Aktienkurse amerikanischer Banken steigen lassen. Lockere Vorschriften verschaffen den international tätigen amerikanischen Banken einen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren europäischen Konkurrenten, gleichzeitig wächst aber auch die Gefahr, dass einzelne Banken die neu gewonnenen Freiheiten dazu nutzen, eine langfristig verantwortungslose Geschäftspolitik zu betreiben.

Geldgeschäfte basieren auf Vertrauen in die wirtschaftliche und politische Stabilität eines Landes. Das scheint in der deutschen Gesellschaft aber zu schwinden. Worin besteht die Gefahr dieser Entwicklung?

Vertrauen in stabile und verlässliche Rahmenbedingungen ist unerlässlich für eine gesunde Wirtschaftsentwicklung. Dies gilt für alle Bereiche einer Volkswirtschaft, in besonderem Maße aber für Banken. Egal ob Banken Kredite vergeben oder Einlagen entgegennehmen, stets ist das Vertrauen auf die Rückzahlung der vergebenen Kredite bzw. der bei Banken angelegten Gelder die entscheidende Geschäftsgrundlage. Schwindet dieses Vertrauen, können Investitionen nicht mehr finanziert werden, dies gefährdet Wachstum und Vollbeschäftigung.

Sehen Sie derzeit Anzeichen dafür, dass sich Unternehmen mit Investitionen in Deutschland (Ost?) zurückhalten, weil das Vertrauen in die Banken geschädigt ist?

Die Investitionsbereitschaft von Unternehmen hängt im Wesentlichen davon ab, wie erfolgversprechend die wirtschaftliche Entwicklung und wie stabil die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse eingeschätzt werden. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung ziehen einige dunkle Wolken auf, die Stichworte hier sind Brexit, Handelskrieg und wachsende Instabilität in Italien. Was die politische Entwicklung anbelangt, so haben die Vorkommnisse in den letzten Wochen sich sicherlich negativ auf die Attraktivität einiger Länder in Ostdeutschland als Unternehmensstandort ausgewirkt. Einige Banken haben zwar seit der Finanzkrise an Reputation eingebüßt, ich sehe aber keine generelle Vertrauenskrise, die zu einer Zurückhaltung bei Investitionen führt.

Wissenschaftler wie die Nobelpreisträger Robert Shiller, William Sharpe und Lars Peter Hansen warnen vor einem größeren Crash als 2008. Sehen Sie das auch so?

Es gab fast zu jeder Zeit Stimmen, die vor einer großen Krise gewarnt haben. 2008 haben sich diese Prophezeiungen dann auch einmal bewahrheitet, seitdem wird solchen Prognosen eine viel größere Aufmerksamkeit zuteil als früher. Auch derzeit gibt es eine Reihe von Indikatoren, aus denen sich durchaus plausibel ein Crash-Szenario ableiten lässt. Die Zutaten hierzu sind Brexit, wachsende Staatsverschuldung, Niedrigzinsniveau mit der Folge einer Überbewertung von Immobilien und Aktien und zunehmende politische Unsicherheiten. Ob sich daraus wirklich eine globale Krise entwickelt, ob es nur eine kleine Delle im Wirtschaftswachstum gibt oder ob der Sturm vorbeizieht ohne großen Schaden anzurichten, lässt sich derzeit nicht seriös abschätzen.

Sind Banken heute immer noch im gleichen Maß wie 2008 systemrelevant?

Während der Finanzmarktkrise haben viele Akteure beschworen, dass eine einzelne Bank nie mehr so groß werden darf, dass ihre Insolvenz die Stabilität des gesamten Finanzsystems gefährdet. Seit der Finanzmarktkrise erleben wir aber eine Zunahme der Bankenfusionen, vor allem zwar bei kleinen Instituten, aber durchaus auch bei großen Banken. Diese Entwicklung vergrößert das „too-big-to-fail“ Problem. Hintergründe der Fusionen sind u.a. das Niedrigzinsniveau und eine deutliche verschärfte Regulierung, die zunehmend zu einem Kostenfaktor für die Banken wird. Die Bankenaufsicht versucht zwar, die Gefahr, die von systemrelevanten Banken ausgeht, zu begrenzen, indem diese Banken stärker beaufsichtigt werden, indem sie höhere Eigenkapitalquoten einhalten müssen und indem sie Pläne für den Fall einer Abwicklung bereithalten müssen. Es ist allerdings mehr als fraglich, ob diese Instrumente im Ernstfall wirklich greifen. Das Problem, dass Banken systemrelevant sind, ist also bis heute nicht gelöst.

Machen deutsche Banken momentan alles richtig oder was sollten sie ändern?

Die Banken in Deutschland befinden sich in einer schwierigen Lage. Das Niedrigzinsniveau hat die Zinsmargen drastisch schrumpfen lassen, die verschärfte Regulierung hat den Kostendruck erhöht, gleichzeitig dringen neue, innovative Wettbewerber wie z.B. die Fintechs in die traditionellen Geschäftsfelder der Banken ein. Um von der Digitalisierung nicht abgehängt zu werden, bedarf es enormer Anstrengungen, insbesondere auch hoher Investitionen. Die großen Banken haben derzeit viele andere Baustellen und können sich dem Thema Digitalisierung nicht mit ganzer Kraft widmen. Die in ihrem jeweiligen Finanzverbund zusammengeschlossenen Sparkassen und Volksbanken/Raiffeisenbanken müssen ihre Kräfte besser bündeln, um mit der Entwicklung Schritt halten zu können. Oftmals ist der Chor in den Finanzverbünden zu vielstimmig und behindert damit schnelle Entscheidungen.

Stellen radikale politische Kräfte eine Gefahr für die Banken/Unternehmen dar?

Unternehmen benötigen stabile und verlässliche Rahmenbedingungen, um erfolgreich arbeiten zu können. Jegliche Form politischen Radikalismus vergrößert die Unberechenbarkeit und führt zur Zurückhaltung bei Investitionen. Hinzu kommt, dass politisch radikale Kräfte dazu neigen, die Gesetze für ein erfolgreiches Wirtschaften zu ignorieren und ihren radikalen Ansichten unterzuordnen. Die Erfahrung lehrt, dass dies auf Dauer nie gelingt. Für Banken kommt noch hinzu, dass deren Geschäftstätigkeit in besonderem Maße vom Vertrauen ihrer Kunden abhängt. Wir erleben aktuell in Italien, dass politischer Radikalismus das Vertrauen der Anleger in die Sicherheit ihrer Geldanlagen erschüttert. Geldanlagen werden zunehmend über die Grenze in die sichere Schweiz verlagert, weil die Angst wächst, dass Kapitalverkehrskontrollen eingeführt werden, um einen Bank-Run zu verhindern. Sollte diese Tendenz sich verstärken, werden die italienischen Banken in ernste Liquiditätsschwierigkeiten geraten.

Die deutschen Banken sollten im internationalen Wettbewerb mithalten können. Spricht das für eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank?

Die Deutsche Bank und die Commerzbank sind in den letzten Jahren im internationalen Wettbewerb deutlich zurückgefallen. Die Deutsche Bank spielt längst nicht mehr in der ersten Liga der international tätigen Banken mit, die Commerzbank hat noch nie so richtig dazu gehört. Beide Banken haben mit immensen internen Problemen zu kämpfen. Diese werden durch eine Fusion nicht gerade geringer. Im Gegenteil, die Zusammenführung zweier großer Banken ist eine Mammutaufgabe, die immense Summen verschlingt und die neu entstandene Bank von anderen wichtigen Themen wie z.B. den Herausforderungen durch die Digitalisierung ablenkt. Zusammengefasst kann man sagen, dass durch die Fusion zweier schwächelnder Institute keine starke Bank entsteht, da durch die Fusion keines der bestehenden Probleme gelöst wird, sondern nur zusätzliche geschaffen werden.

Zur Person
Prof. Dr. Thomas Hartmann-Wendels ist Direktor am Seminar für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Bankbetriebslehre und am Forschungsinstitut für Leasing sowie Geschaftsführender Direktor der Abteilung Bankwirtschaft am Institut für Bankwirtschaft und Bankrecht der Universität zu Köln.

Das Interview steht auch zum Abdruck und zur digitalen Verwendung zur Verfügung, siehe die folgende Pressemitteilung der Universität zu Köln für weitere Informationen und Kontaktdaten: Vertrauen in Bankensystem: „Politischer Radikalismus führt zur Zurückhaltung bei Investitionen

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news-16196 Tue, 09 Oct 2018 10:29:59 +0200 WiSo-Mentoring-Programm https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/wiso-mentoring-programm/ Studierende der WiSo-Fakultät können Mentee werden Liebe Studierende der WiSo-Fakultät,

werden Sie Mentee beim WiSo-Mentoring-Programm und lassen Sie sich ein Jahr lang während Ihres Master-Studiums des Studiengangs Business Administration – Corporate Development von einer Mentorin / einem Mentor begleiten!

Durch die Unterstützung einer Mentorin / eines Mentors können Ihre Kompetenzen und Potentiale in der Übergangsphase von Studium und Beruf gefördert werden. Bei gezielten Seminaren, Workshops, Networking-Meetings uvm. bekommen Sie viele hilfreiche Ratschläge als auch Kontakte für Ihr späteres Berufsleben.

Haben Sie Interesse, sich als Mentee der WiSo-Fakultät zu bewerben? Dann freuen wir uns, wenn Sie uns per E-Mail über mentoring(at)wiso.unikoeln.de kontaktieren. Gerne informieren wir Sie persönlich über Inhalte und Aufbau des Programms.

Projekt-Koordinatorin:
Kristin Pfeiffer
Tel.: +49 - (0) 221 / 470 89257
Webseite: Wiso-Mentoring-Programm 

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news-16170 Tue, 02 Oct 2018 13:33:46 +0200 Theoretical and Methodological Innovations in Comparative Politics https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/theoretical-and-methodological-innovations-in-comparative-politics-1/ Workshop des CCCP

Am 22. Und 23. November veranstaltet das Cologne Center for Comparative Politics (CCCP) einen internationalen Workshop für junge Forscher und Berufseinsteiger. 

Am ersten Tag des Workshops widmen sich Wissenschaftler unterschiedlicher Universitäten den Themen Electoral Politics and Representation in Europe und Political Institutions. Die Themen Political Economy und New Methods for Comparative Research, werden am zweiten Tag behandelt. Zum Schluss gibt es eine abschließende Diskussion.

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten sind auf der Website des CCCP zu finden: https://www.cccp.uni-koeln.de/de/workshop/ 

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news-16038 Tue, 11 Sep 2018 11:57:51 +0200 Berufsbegleitende Weiterbildung erhält den Status Quo https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/berufsbegleitende-weiterbildung-erhaelt-den-status-quo/ Neue Studie des ISS

Wussten Sie schon, dass berufsbegleitende Weiterbildung dazu beiträgt, den beruflichen Status Quo zu erhalten?

Erwerbstätigen, die sich beruflich weiterentwickeln wollen, wird Weiterbildung oft als Karrieresprungbrett anempfohlen. Dies wird beispielsweise am Motto „Aufstieg durch Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung deutlich. Ob sich die individuelle Weiterbildungsteilnahme positiv auf die beruflichen Karrieren von Erwerbstätigen in Deutschland auswirkt, haben nun ISS-Forscher Christian Ebner und Martin Ehlert (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung) in einer Studie auf Grundlage aktueller und repräsentativer Längsschnittdaten untersucht. 

Non-formale Weiterbildung im Fokus der Untersuchung

Analysiert wurden die Auswirkungen sogenannter „non-formaler“ Weiterbildungsaktivitäten. Hierunter fallen die vielfältigen Kurse und Lehrgänge, die meist berufsbegleitend stattfinden, relativ kurz sind und nicht zu anerkannten Bildungsabschlüssen führen. Dazu gehören zum Beispiel Softwareschulungen, Sprachkurse, Präsentationstrainings und vieles mehr. Diese Kurse machen den Großteil der Lernaktivitäten von Erwerbstätigen aus. Während es mit Blick auf die deutlich seltener vorkommenden formalen Weiterbildungen (z.B. ein Meisterabschluss nach der Lehre) deutliche Hinweise auf Karriereverbesserungen gibt, sind die Befunde zum Thema non-formale Weiterbildung bis dato alles andere als eindeutig.

Auswirkungen von Weiterbildungen auf die Karrierelaufbahn

Als mögliche Karriereveränderungen durch non-formale Weiterbildung wurden Berufswechsel, Betriebswechsel, Auf- und Abstiege in der Einkommenshierarchie sowie Wechsel in Nichterwerbstätigkeit (u.a. Arbeitslosigkeit) untersucht. Für die empirischen Analysen wurden die Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) herangezogen. Das NEPS erfasst Bildungsprozesse, Kompetenzen und Bildungserträge über die gesamte Lebensspanne. Die hier analysierte Startkohorte 6 ist eine Stichprobe der Geburtsjahrgänge 1944–1986 in Deutschland. Die Autoren nutzen die sieben Panelwellen der Erhebung 2009–2016, da hier detaillierte Angaben zu non-formalen Kursen vorliegen. 

Non-formale Weiterbildung wirkt wie ein "Sicherheitsnetz" gegen berufliche Abstiege

Die Ergebnisse zeigen, dass berufliche Kurse und Lehrgänge kein Karrieresprungbrett darstellen. Vielmehr zeigte sich, dass Erwerbstätige die an diesen Weiterbildungen teilnehmen eher auf ihren Arbeitsplätzen verbleiben. Die Kursteilnahme stabilisiert also die Karriere. Das bedeutet, dass non-formale Weiterbildung einerseits die Funktion eines „Sicherheitsnetzes“ hat und dem Ausstieg aus Erwerbstätigkeit sowie beruflichen Abstiegen entgegenwirkt. Allerdings finden in Folge non-formaler Weiterbildung auch seltener Aufstiege, Betriebs- und Berufswechsel statt.

Wussten Sie schon, dass...?

Mehr interessante und oft überraschende Ergebnisse aus der Forschung des ISS gibt es auf der Website des Instituts für Soziologie und Sozialpsychologie (ISS).

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news-15935 Fri, 24 Aug 2018 10:54:48 +0200 Willkommen an der WiSo-Fakultät, Prof. Dr. Reinhard Kunz! https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/willkommen-an-der-wiso-fakultaet-prof-dr-reinhard-kunz/ Neuer Professor am Seminar für Medien- und Technologiemanagement

Seit August 2018 ist Reinhard Kunz Professor an unserer Fakultät. Vor seiner Tätigkeit an der Universität zu Köln war Professor Kunz Juniorprofessor für Medienmanagement, insbesondere Sportmedien an der Universität Bayreuth und zuletzt Professor für Marketing & Sales am Management Center Innsbruck (MCI) in Österreich. Internationale Forschungsaufenthalte absolvierte Professor Kunz an der La Trobe University (Australien), Swinburne University of Technology (Australien) und Sacred Heart University (CT/USA). 

Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf den Gebieten des Strategischen Medienmanagements, des Managements digitaler Innovationen und Technologien, des Behavioral OR sowie des Marketings und Konsumentenverhaltens im Medien- und Technologiebereich. Aktuelle Forschungsprojekte behandeln Einflussfaktoren und Wirkungen der Business Model Transformation, die Nutzerakzeptanz von technologischen Medieninnovationen im kulturellen Kontext sowie die Wertschöpfung audiovisueller Sportmedien und digitaler Geschäftsmodelle.

Reinhard Kunz' Forschungsergebnisse wurden u. a. im European Journal of Operational Research, Journal of Economic Surveys und Journal of Media Business Studies veröffentlicht. 2012 erhielt er den New Researcher Award der European Association for Sport Management. 2017 wurde sein Artikel zu “Sport-Related Branded Entertainment” mit dem Emerald Literati Network Awards for Excellence ausgezeichnet.  

Wir freuen uns sehr, Prof. Dr. Reinhard Kunz an unserer Fakultät begrüßen zu dürfen!

Weitere Informationen finden Sie hier: "Find an Expert"-Profil von Prof. Dr. Reinhard Kunz

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news-15874 Wed, 08 Aug 2018 11:35:13 +0200 Ausstieg aus der Kohleverstromung https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/ausstieg-aus-der-kohleverstromung/ Warum ein Ausstieg kontraproduktiv ist

Prof. Dr. Axel Ockenfels und Prof. Dr. Christoph M. Schmidt haben einen Artikel verfasst, der sich mit den Gründen beschäftigt, warum ein deutscher Ausstieg aus der Kohleverstromung nicht ausreichend ist. Außerdem befasst sich der Artikel auch mit einer Lösung für das Problem: einen international koordinierten CO2-Preis.

Den ausführlichen Artikel finden Sie unter folgendem Link: "Bloß kein Alleingang"

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news-15866 Mon, 06 Aug 2018 10:09:41 +0200 Studierendenaustausch mit der HKUST Business School https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/studierendenaustausch-mit-der-hkust-business-school/ Hong Kong University of Science and Technology

Ab dem Studienjahr 2019/20 steht die HKUST Business School im Rahmen des STAP-Programms Masterstudierenden (Business & Economics) der WiSo-Fakultät für ein Austauschsemester zur Verfügung.

Die HKUST wurde 1991 gegründet und ist heute als eine der besten jungen Universitäten anerkannt. Beispielsweise belegt sie den 1. Platz in den Time's Best Young Universities Rankings 2018 und den 2. Platz in den QS Top 50 Under 50 von 2015 - 2018.

Die HKUST Business School war in der Region die erste von AACSB und EQUIS akkreditierte Business School. Sie liegt strategisch günstig im Herzen des wirtschaftlichen Zentrum Asiens. Bei HKUST haben die Studenten nicht nur Zugang zu einer einzigartigen Verschmelzung von Ost und West, sondern auch zu einer ausgezeichneten Nähe zu China und der Möglichkeit, die Vitalität einer der wichtigsten Volkswirtschaften der Welt zu erleben.

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news-15775 Fri, 20 Jul 2018 13:16:01 +0200 Verkehrssteuerung im 21. Jahrhundert https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/verkehrssteuerung-im-21-jahrhundert-1/ Axel Ockenfels über innovative Verkehrsmärkte Prof. Dr. Axel Ockenfels hat in einem Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung sowie in weiteren Veröffentlichungen Vorschläge gemacht, wie innovative Verkehrsmärkte der Zukunft aussehen könnten. Er schlägt vor, dass Autofahrer für Luftverschmutzung zahlen sollten. Und er warnt vor der Annahme, dass das Problem der innerstädtischen Luftverschmutzung durch kostenlosen Nahverkehr lösbar sei:

„Den Nahverkehr kostenlos zu machen, um den Individualverkehr zu verdrängen, ist in etwa so, als ob man Coca-Cola subventioniert, um den Alkoholkonsum zu reduzieren“, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. 

Mehr zum Thema finden Sie hier:

"Eine Welt ohne Staus ist möglich", Samstagsessay in der Süddeutschen Zeitung, von Peter Cramton, Richard Geddes und Axel Ockenfels, vom 9. Februar 2018.

"Ökonom hat einen Plan : So sollen Autofahrer für die Luftverschmutzung zahlen", FAZ vom 15. Februar 2018.

"Der Markt kann den Verkehr regeln – wenn wir ihn ermöglichen", Klartext/ Xing vom 22. Februar 2018.

"Für die Straßennutzung zahlen: So könnte der Verkehr der Zukunft gesteuert werden", Artikel in der FAZ vom 11. Juni 2018.

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news-15728 Mon, 16 Jul 2018 13:02:48 +0200 Fast ein Drittel der Genossenschaften erst vor kurzem gegründet https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/fast-ein-drittel-der-genossenschaften-erst-vor-kurzem-gegruendet/ Neue Studie des ISS Wussten Sie schon, dass fast ein Drittel der Genossenschaften in Deutschland erst vor kurzem gegründet wurden?

Seit der Jahrtausendwende wurden über 2.400 Genossenschaften neu gegründet, so dass heute fast 8.000 Unternehmen in der Rechtsform der Genossenschaften in Deutschland existieren. Trotzdem hat sich die Gesamtzahl der Genossenschaften seit 1970 nahezu halbiert, während sich gleichzeitig die Anzahl der Mitgliedschaften fast verdoppelt hat. Dieser Gesamtrückgang der Unternehmensanzahl trotz der vielen Neugründungen ist keineswegs Insolvenzen geschuldet – im Gegenteil gelten die Genossenschaften zu Recht als besonders insolvenzsicher. Insbesondere Fusionen im kreditgenossenschaftlichen Bereich haben vielfach zu vergleichsweise großen genossenschaftlichen Unternehmen geführt. Trotzdem gilt dort wie auch im gesamten Genossenschaftssektor weiterhin die regionale Verankerung und Nähe zu Mitgliedern und Kunden als Teil der Marke.

Ergebnisse der Studie

Die Neugründungen seit der Jahrtausendwende stärken den Genossenschaftssektor. Interessanterweise wählten weitaus die meisten Genossenschaftsgründer diese Rechtsform, um neue Geschäftsmodelle und -bereiche zu besetzen. Die traditionell mit Genossenschaften besetzten Wirtschaftszweige wie die Kreditwirtschaft, die Landwirtschaft, der Handel, das Handwerk oder das Wohnen spielen bei den Neugründungen eher eine untergeordnete Rolle. Die meisten Neugründungen sind bei den Energiegenossenschaften zu finden, aber auch Ärzte- und Sozialgenossenschaften sowie weitere gemeinwesenorientierte Genossenschaften stoßen in neue genossenschaftliche Geschäftsgebiete vor.

Dieser für Genossenschaften so bezeichnete Neugründungsboom war 2014 Anlass für eine Studie zu den Potenzialen und Hemmnissen der unternehmerischen Tätigkeit in der Rechtsform der Genossenschaft, die von den ISS-Forschern Johannes Blome Drees, Philipp Degens und Clemens Schimmele zusammen mit Mitarbeitern der Unternehmensberatung Kienbaum durchgeführt wurde. Zu prüfen war u.a., ob die 2006 durchgeführte Genossenschaftsrechtsnovelle, die viele Gründungserleichterungen für kleine Initiativen vorsieht, tatsächlich zur Gründung neuer Genossenschaften führte. Die Studie konnte belegen, dass die neuen Rechtsvorschriften nicht für alle kooperativ angelegten Projekte einen geeigneten Rechtsrahmen vorgeben. Im Ergebnis wurde das Genossenschaftsgesetz weiter novelliert.

Warum gibt es so viele Neugründungen?

Kennzeichen vieler Neugründungen ist häufig ein sehr hohes zivilgesellschaftliches Engagement der Mitglieder, um die Ziele ihres gemeinschaftlichen Projektes zu erreichen. Geschätzt wird an Genossenschaften ihre bedarfswirtschaftliche Ausrichtung – es wird nicht für einen anonymen Markt produziert, sondern orientiert am Bedarf der Mitglieder – sowie die personenbezogene Demokratie. Hinzu kommt die im Genossenschaftsmitglied angelegte Identität der Eigentümer mit den Kunden, Lieferanten oder im Fall der Produktivgenossenschaften mit den Arbeitnehmern. Damit entsprechen Genossenschaften in einem zentralen Aspekt dem, was heute unter Begriffen wie Prosuming, kollaborativer Konsum oder Ko-Produktion den Wandel der Verbraucherrolle kennzeichnet. Bewährte Beispiele für diese Phänomene findet man in der Tradition der Konsum- oder Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaften, neu hinzu kommen Formen wie die Solidarische Landwirtschaft oder besondere Wohnprojekte, zum Teil mit Möglichkeiten des gemeinsamen Arbeitens. Digitale Plattformen in genossenschaftlicher Hand könnten dafür sorgen, dass die Erträge der Plattformbetreiber den Nutzern zugutekommen. Anders als bei den sich in den letzten Jahren etablierenden großen Plattformen des Teilen (Uber oder Airbnb) verbleiben bei genossenschaftlichen Unternehmen die Erträge im genossenschaftlichen Unternehmen oder werden an die Mitglieder und damit an die Nutzer ausgeschüttet.

Wussen Sie schon, dass...?
Mehr interessante und oft überraschende Ergebnisse aus der Forschung des ISS gibt es auf der Website des Instituts für Soziologie und Sozialpsychologie (ISS).

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news-15490 Thu, 07 Jun 2018 13:50:02 +0200 Was bedeutet Luxus im Dienstleistungskontext? https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/was-bedeutet-luxus-im-dienstleistungskontext/ Forschungskooperation mit Johann Lafer Jun.-Prof. Dr. Martin Paul Fritze (Koelnmesse Stiftungsprofessur für Messewirtschaft und Marketing, Universität zu Köln) wird sich künftig mit Luxus im Dienstleistungskontext beschäftigen. Mithilfe einer neuen Forschungskooperation des Juniorprofessors mit dem Starkoch, Unternehmer und Kochbuchautor Johann Lafer soll Luxus im Dienstleistungskontext am Beispiel des Gastronomie- und Hotelgewerbes untersucht werden. Der aus zahlreichen Kochshows bekannte Johann Lafer wird dazu der Universität zu Köln im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojektes Einblicke in die Praxis eines Luxus-Dienstleisters ermöglichen.

Forschungsthema und Kooperation

Es handelt sich um eine Forschungskooperation zum Thema Luxusdienstleistungen. Der Kooperationsvertrag wurde am 30. Mai 2018 im Rahmen eines gemeinsamen Treffens auf Johann Lafers Stromburg geschlossen.

Jun.-Prof. Dr. Martin Paul Fritze freut sich bereits auf die Zusammenarbeit mit Johann Lafer:

Ich bin sehr froh, dass wir Johann Lafer für dieses Forschungsprojekt als Partner gewinnen konnten. Wir möchten herausfinden, wie eine Luxuswahrnehmung beim Konsum von Dienstleistungen entsteht. Der Blick in die Praxis ist für uns eine tolle Gelegenheit, dies sowohl aus Kunden- als auch Unternehmensperspektive besser zu verstehen.

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news-15053 Mon, 12 Mar 2018 12:22:43 +0100 Marketing Area Annual Report 2017 https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/marketing-area-annual-report-2017/ Jetzt online abrufbar! Einen detaillierter Einblick in die Arbeit des Bereichs "Marketing" an der WiSo-Fakultät der Universität zu Köln während der letzten 12 Monate gibt es mit der 5. Auflage des Annual Marketing Area Report.

Der Marketing-Bereich der Universität zu Köln mit den Professor*innen Hernán Bruno, Marc Fischer, Monika Imschloss, André Marchand, Werner Reinartz, Franziska Völckner — zusammen mit dem Team bestehend aus Postdoktoranden, Promotionsstudierenden, Sekretariats- und studentischen Hilfskräften — blickt zurück auf ein arbeitsreiches und erfolgreiches Jahr 2017.

Der Forschungsbericht stellt eine Zusammenfassung der diesjährigen Publikationen, Konferenzpräsentationen, Doktorarbeiten, Auszeichnungen und Forschungszuschüssen bereit.


Hier können Sie den Marketing-Bericht abrufen und downloaden: Marketing Area Annual Report 2017.

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