Aktuelles - Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln https://www.wiso.uni-koeln.de/ Aktuelle Hinweise und Nachrichten aus der Forschung und Lehre der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln de-de WiSo-Fakultät Thu, 24 Oct 2019 00:05:51 +0200 Thu, 24 Oct 2019 00:05:51 +0200 TYPO3 EXT:news news-18093 Mon, 07 Oct 2019 16:01:47 +0200 Wussten Sie schon, dass es vom Ausmaß der ethnischen Schichtung im Sekundarschulbereich abhängt, ob sich Gymnasiasten mit Migrationshintergrund als Deutsche fühlen und wie sie im Klassenverbund integriert sind? https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/wussten-sie-schon-dass-es-vom-ausmass-der-ethnischen-schichtung-im-sekundarschulbereich-abhaengt-ob-1/ Neue Studie von Clemens Kroneberg und Hanno Kruse Am Ende der Grundschulzeit stehen Eltern und Kinder in Deutschland vor der Wahl einer weiterführenden Schulform; frühe Leistungsunterschiede versperren Zugewanderten und ihren Nachkommen dabei oftmals den Weg auf das Gymnasium. Welche Auswirkungen solche ungleichen Schulübergänge haben, untersuchten die WiSo-Forscher Hanno Kruse und Clemens Kroneberg (Institut für Soziologie und Sozialpsychologie (ISS)) in einer Studie, die demnächst im American Journal of Sociology erscheint. Die im Rahmen des ERC Projekts SOCIALBOND entstandene Studie kombiniert administrative räumliche Daten zu allen Sekundarschulen in Deutschland mit umfangreichen Umfragedaten zu Identitäten und Freundschaftsnetzwerken.

Das bemerkenswerte Ergebnis: Ethnische Ungleichheit beim Zugang zum Gymnasium beeinträchtigt nicht nur die Bildungs- und Karrierewege von Schüler*innen mit Migrationshintergrund, sondern auch ihre Identitäten und sozialen Beziehungen zu ihren Mitschüler*innen.

In Gegenden, in denen Jugendliche mit Migrationshintergrund nur selten ein Gymnasium besuchen, ist ihr Gymnasialbesuch mit assimilativen Tendenzen verbunden: Sie fühlen sich eher als Deutsche und diese Identifikation geht vermehrt mit Freundschaften zu Mitschüler*innen ohne Migrationshintergrund einher. Wenn sie sich dagegen kaum als Deutsche fühlen, sind sie auch selten mit Mitschüler*innen ohne Migrationshintergrund befreundet. Soziale Integration auf dem Gymnasium ist somit tendenziell daran gebunden, sich als Deutsche(r) zu fühlen.

In Gegenden, in denen Jugendliche mit Migrationshintergrund auch auf den Gymnasien gut repräsentiert sind, finden sich diese Zusammenhänge nicht: Gymnasiasten mit Zuwanderungsgeschichte haben keine verstärkte Neigung sich als Deutsche zu fühlen und dies ist auch nicht relevant dafür, wie sehr sie von Mitschüler*innen ohne Migrationshintergrund sozial akzeptiert werden.

Während Gymnasien in ethnisch geschichteten Gegenden also eher „Schulen der Nation“ sind, sind sie in Gegenden mit stärkerer Bildungsgleichheit eher „Schulen der Vielfalt“, in denen die Frage der Identifikation als Deutsche(r) weniger wichtig ist. Gleichzeitig ist diese Identifikation aber nicht nur eine Frage des lokalen Kontexts: Kruse und Kroneberg zeigen in ihren Analysen, dass muslimische Schüler*innen häufig Schwierigkeiten haben, sich als Deutsche zu fühlen – und zwar unabhängig von den ansonsten wirksamen Einflüssen des lokalen Kontexts.

• Alle Beiträge aus der Reihe "Wussten Sie schon, dass...?" finden Sie auf der Seite des Instituts für Soziologie und Sozialpsychologie (ISS)

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news-18082 Fri, 04 Oct 2019 14:03:25 +0200 Männer mit türkischen Namen bei Online-Mitfahrgelegenheiten benachteiligt https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/maenner-mit-tuerkischen-namen-bei-online-mitfahrgelegenheiten-benachteiligt/ WiSo-Experiment belegt Diskriminierung auf Online-Plattformen Ein Experiment der Universität zu Köln auf einer der größten Internetplattformen für Mitfahrgelegenheiten in Deutschland hat deutliche Diskriminierungen aufgrund von Ethnie und Geschlecht festgestellt. Besonders junge, türkische Männer würden auf Plattformen für Mitfahrgelegenheiten von Fahrern benachteiligt. Die Studie mit dem Titel „Who can ride along? Discrimination in a German carpooling market“ wurde in der Zeitschrift „Population, Space and Place“ veröffentlicht.

Fahrgemeinschaften sind kostengünstige Alternativen für Menschen, die unabhängig vom öffentlichen Nahverkehr auch ohne ein eigenes Auto mittlere bis große Strecken zurücklegen wollen. In einer gemeinsamen Studie des Instituts für Soziologie und Sozialpsychologie, Universität zu Köln sind Dr. Sarah Carol, Daniel Eich, Michèle Keller, Friederike Steiner und Katharina Storz der Frage nachgegangen, ob Nutzerinnen und Nutzer von Onlineplattformen für Mitfahrgelegenheiten aufgrund ihrer Ethnie unterschiedlich behandelt werden und welche Rolle dabei gegebenenfalls auch das Geschlecht spielt.

Für die Untersuchung legten das Team vier fiktive Profile an, anhand derer männliche Fahrer angeschrieben wurden. Die erfundenen Nutzernamen eines Mannes und einer Frau klangen deutsch, die anderen beiden türkisch. Das Alter der fiktiven User lag jeweils bei Mitte zwanzig. Insgesamt wurden 925 Kontaktaufnahmen überprüft und dabei auf die Wahrscheinlichkeit der Zusage an die potentiellen Mitfahrer oder –fahrerinnen hin untersucht, sowie auf die Antwortzeit und die Reihenfolge der Antworten.

Das Experiment ergab eine deutliche Diskriminierung aufgrund von Ethnie und Geschlecht. Frauen mit deutsch klingenden Namen waren gegenüber ihren männlichen und besonders gegenüber den türkischen männlichen Nutzern im Vorteil. Sowohl in punkto Zustimmung zur Mitnahme als auch in der Reihenfolge der Beantwortung zeigten sich Anzeichen für Diskriminierung. Keine entsprechenden Unterschiede gab es in Bezug auf die Antwortzeit, was darauf hindeutet, dass Fahrer ähnlich schnell Zusagen wie Absagen versenden. Rund 71 Prozent der Frauen mit deutschem Namen erhielten eine Zusage, im Gegensatz zu nur 44 Prozent Zusagen für Männer mit türkischem Namen. Männer mit deutschem Namen und Frauen mit türkischem Namen konnten gleich viele Zusagen verzeichnen (60 Prozent).

Beim Blick auf die deutschlandweite Verteilung der Diskriminierung zeigt die Studie, dass Nutzer mit türkisch klingenden Namen im Osten Deutschlands im Fall der Online-Mitfahrgelegenheiten nicht stärker diskriminiert werden als im Westen. Dr. Sarah Carol erklärt das fehlende Ost-West-Gefälle folgendermaßen: „Auf den ersten Blick überrascht dieses Ergebnis, da der Osten Deutschlands in früheren Untersuchungen eine höhere Fremdenfeindlichkeit besonders gegenüber Muslimen aufwies, zu denen ein großer Teil der türkischen Minderheit gehört. Ein Grund für das vor diesem Hintergrund unerwartete Ergebnis könnte sein, dass die Fahrer in ihren Einstellungen von der Durchschnittsbevölkerung abweichen und unter Umständen offener gegenüber Menschen anderer Gruppen sind. Außerdem waren Mitfahrgelegenheiten in manchen ehemaligen sozialistischen Ländern etablierter.“

Um die Diskriminierung aufgrund der ethnischen Herkunft und des Geschlechts zu vermeiden, regen  die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an, die Anfragen von potentiellen Mitfahrerinnen und -fahrern künftig anonymer zu gestalten. „Ansonsten wird die festgestellte, bestehende Diskriminierung weiter fortgesetzt. Um das zu vermeiden ist es wichtig, mit Möglichkeiten der Anonymisierung gegenzusteuern“, sagt Sarah Carol.

• Zur Studie:
Carol, Sarah, Daniel Eich, Michèle Keller, Friederike Steiner und Katharina Storz: Who can ride along? Discrimination in a German carpooling market. Population, Space and Place

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news-18059 Mon, 30 Sep 2019 09:13:46 +0200 Feedback verbessert Antibiotika-Verordnungsverhalten von Kinderärzten https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/feedback-verbessert-antibiotika-verordnungsverhalten-von-kinderaerzten/ Interdisziplinäre Studie von Prof. Dr. Daniel Wiesen Expertenfeedback kann zu besseren Entscheidungen über die Verordnung von Antibiotika führen. Das haben jetzt Wissenschaftler der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät und der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln in einer experimentellen Studie gezeigt. Insbesondere noch unerfahrene Ärztinnen und Ärzte profitierten von Expertenfeedback, fand das Team unter der Leitung von Professor Daniel Wiesen vom Seminar für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Management im Gesundheitswesen an der Universität zu Köln heraus.

Häufig werden heute noch von Ärztinnen und Ärzten Antibiotika verschrieben, auch wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Ein übermäßiger Gebrauch von Antibiotika fördert jedoch nicht nur die Entstehung von Antibiotikaresistenzen sondern kann negative Folgen für die Gesundheit haben. Besonders bei Kindern, die sich noch in der Entwicklung befinden, ist Vorsicht geboten. 

Mithilfe eines kontrollierten Entscheidungsexperiments untersuchten Professor Wiesen (Junior Coordinator der WiSo-Key Research Profile Area Behavioral Management Science und seine Kollegen erstmals den kausalen Effekt von Feedback auf Therapieentscheidungen einzelner Kinderärztinnen und –ärzte. Das Experiment bestand aus drei Stufen: In jeder Stufe wurden die Teilnehmenden gebeten, für 40 hypothetische Patientinnen und Patienten zu entscheiden, ob und für wie lange sie Antibiotika verordnen würden. Zu Beginn der zweiten Stufe wurde den Teilnehmenden angekündigt, dass sie Expertenfeedback zu ihren Therapieentscheidungen erhalten würden, welches auf Empfehlungen von Direktoren deutscher Kinderkliniken beruhte. Am Ende der zweiten Stufe erhielten sie tatsächlich Feedback über ihre 40 Therapieentscheidungen. 

Während die bloße Ankündigung von Feedback keinen signifikanten Effekt auf die Therapieentscheidungen hatte, führte die tatsächliche Bereitstellung von Expertenfeedback dazu, dass die gewählte Therapiedauer im Durchschnitt um etwa einen Tag (10 Prozent der ursprünglich gewählten Dauer) zurückging. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass deskriptives Expertenfeedback ein wirksames Mittel sein kann, um insbesondere Kinderärzte, die noch unerfahren sind, zu einer angemesseneren Antibiotika-Verschreibung zu führen. Ein einfacher und kleiner „Nudge in Form von Expertenfeedback könne mithin dazu führen, dass Ärztinnen und Ärzte ihr Verordnungsverhalten verbessern. „Nudging“ (englisch für anstoßen oder anschubsen) ist eine verhaltenstheoretisch begründete Methode mit dem Ziel, das Verhalten von Menschen ohne ökonomische Anreize zu beeinflussen.

„Uns hat überrascht, dass ein simpler Ansatz wie die Bereitstellung von Expertenfeedback einen so großen Effekt auf ärztliche Verordnungsentscheidungen haben kann.“, fasst Studienleiter Wiesen zusammen. „Das Expertenfeedback hat nicht nur dazu geführt, dass kürzere Therapien gewählt wurden, sondern auch bewirkt, dass die Therapieentscheidungen in Richtung der Empfehlungen von Experten und medizinischen Leitlinien angepasst wurden“. 

Wiesen resümiert: „Wir gehen davon aus, dass sich die Bereitstellung von Expertenfeedback auch in der klinischen Praxis bewähren kann. So könnte man dem Problem übermäßiger Antibiotikaverordnungen mit einfachen Mitteln begegnen.“ Das Experiment zeigt darüber hinaus, dass auch Persönlichkeitsmerkmale – etwa wie risikofreudig oder wie erfahren der verordnende Arzt ist – die Entscheidungen und die Wirkung von Feedback beeinflussen. Um eine Veränderung des Verordnungsveraltens herbeizuführen ist es also auch wichtig, individuelle Unterschiede zu berücksichtigen.

Die Studie war Teil des interdisziplinären UoC Forums „Managerial Risk Factors in Medicine“, das von Prof. Dr. Ludwig Kuntz initiiert und durch die Exzellenzinitiative von Bund und Ländern gefördert wurde. 

• Der Originaltext ist im Fachmagazin „Medical Decision Making“ erschienen:
The Effect of Expert Feedback on Antibiotic Prescribing in Pediatrics: Experimental Evidence Kerstin Eilermann, Katrin Halstenberg, Ludwig Kuntz, Kyriakos Martakis, Bernhard Roth, Daniel Wiesen.

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news-18056 Fri, 27 Sep 2019 10:39:13 +0200 Axel Ockenfels - einer der einflussreichsten Ökonomen Deutschlands https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/axel-ockenfels-einer-der-einflussreichsten-oekonomen-deutschlands/ Prof. Dr. Axel Ockenfels vertritt die WiSo-Fakultät im aktuellen F.A.Z.-Ökonomenranking. In der aktuellen Rangliste der deutschlandweit einflussreichsten Ökonomen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) belegt Prof. Dr. Axel Ockenfels vom Institut für Volkswirtschaftslehre (Key Research Profile Area Design & Behavior) den 30. Platz und ist damit einer von Deutschlands einflussreichsten Ökonomen.

Das gesamte Ranking setzt sich aus verschiedenen Kategorien zusammen. Dabei soll sowohl die Wirkung in der Wirtschaft als auch in der Öffentlichkeit zum Tragen kommen. Für die Platzierung in der F.A.Z.-Rangliste ist beispielsweise entscheidend, ob ein Wirtschaftswissenschaftler Impulse setzt, die dann von anderen Forschern aufgenommen werden, ob seine Aussagen bei der breiten Masse Gehör finden und inwieweit er Einfluss auf die Politik nehmen kann. Erstmalig wurde in diesem Jahr auch die Wirkung in den sozialen Netzwerken (insbesondere Twitter) einbezogen.

Der Schwerpunkt im Ranking liegt aber nach wie vor auf der Wissenschaft, ein Score, in dem Professor Ockenfels mit 63,2 Punkte einen vorderen Rang belegt: Macht bei der Bewertung des wissenschaftlichen Einflusses die Hälfte der Gewichtung aus, setzt sich die andere Hälfte aus Medien, Politik und Social Media zusammen. Der Medieneinfluss wird anhand von Zitaten in Politik- und Wirtschaftsressorts gemessen, wobei auch die Wirkung der jeweiligen Publikationen gewichtet wurde.

Den größten Einfluss schreibt die F.A.Z. im Übrigen dem Züricher Verhaltensforscher Ernst Fehr zu, der in diesem Jahr zum dritten Mal Platz 1 erreicht.

• F.A.Z.-Ökonomenranking 2019

• Find an Expert-Seite von Axel Ockenfels

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news-18032 Fri, 20 Sep 2019 14:48:34 +0200 WiSo-Doktorand gewinnt Musgrave Preis 2019 https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/wiso-doktorand-gewinnt-musgrave-preis-2019/ Jonas Löbbing sichert sich in diesem Jahr den renommierten Preis des IIPF. Jonas Löbbing, Doktorand am Center for Macroeconomic Research, ist auf dem diesjährigen Kongress des International Institute for Public Finance (IIPF) mit dem Peggy and Richard Musgrave Prize für seine Arbeit „Redistributive Income Taxation with Directed Technical Change“ ausgezeichnet worden. Der Peggy and Richard Musgrave Prize wird für das beste auf dem IIPF Kongress präsentierte Papier von Autoren unter 40 Jahren vergeben. Der jährliche Kongress des IIPF ist neben der Konferenz der National Tax Association in den USA die weltweit größte Konferenz im Bereich Public Economics.

Die prämierte Arbeit verbindet die Theorie des gerichteten technologischen Wandels (directed technical change theory) mit der Optimalsteuertheorie. Sie zeigt für eine breite Klasse von Wohlfahrtsfunktionen, dass progressive Einkommensteuerreformen aus Wohlfahrtssicht attraktiver werden, wenn zentrale Ergebnisse der directed technical change theory in der Analyse berücksichtigt werden. Die optimale Einkommensteuer ist ebenfalls progressiver, weist also geringere Grenzsteuersätze für niedrige Einkommen und höhere Grenzsteuersätze für hohe Einkommen auf, als in einem Vergleichsfall, in dem die Zusammenhänge der directed technical change theory ignoriert werden.

• Peggy and Richard Musgrave Prize 2019 (IIPF)

• Zur prämierten Arbeit von Jonas Löbbing: Redistributive Income Taxation with Directed Technical Change

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news-18027 Wed, 18 Sep 2019 17:14:56 +0200 Studie zur CO2-Einsparung im Gebäudesektor: Treibhausgasbepreisung allein reicht nicht https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/studie-zur-co2-einsparung-im-gebaeudesektor-treibhausgasbepreisung-allein-reicht-nicht/ EWI und FiFo berechnen Kosten eines CO2-Preises für Einfamilienhausbewohnerinnen und -bewohner. Eine CO2-Bepreisung setzt Anreize für Investitionen in klima-freundliche Heiztechnologien und energetische Sanierung. Doch eine Abgabe für Treibhausgase oder ein Emissionshandel allein werden kaum ausreichen, um diese wirtschaftlich attraktiv zu gestalten. Um langfristig CO2-Emissionen zu reduzieren sind zusätzliche politische Instrumente nötig, um den Besonderheiten des Gebäudesektors gerecht zu werden. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Studie, die das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) und das Finanzwissenschaftliche Institut an der Universität zu Köln (FiFo) gemeinsam im Auftrag des Zentralen Immobilien Ausschusses e.V. (ZIA), Wirtschaftsverband der deutschen Immobilienwirtschaft erstellt haben.

Die Ökonominnen und Ökonomen haben in der Studie berechnet, wie eine mögliche CO2-Bepreisung auf beispielhaft ausgewählte Wohn-und Gewerbeimmobilien wirkt. Dazu untersuchten sie ein Szenario mit einem zusätzlichen CO2-Preis von 45 Euro pro Tonne auf fossile Energieträger. Dieser Preis steigt dann im Szenario bis 2040 um 10 Euro pro Jahr. Im Gegenzug wird die Stromsteuer von 2,05 ct/kWh auf das europäische Mindestniveau von 0,1 ct/kWh gesenkt.

Die Belastungen der Beispielhaushalte zeigten sich trotz des steigenden CO2-Preises relativ moderat. So ergaben sich für einen Zwei-Personen-Haushalt in einem mittelalten Mehrfamilienhaus mit Gasheizung im Jahr 2030 Mehrkosten von 44 Euro pro Jahr, für eine dreiköpfige Familie in einem neuen Einfamilienhaus mit neuer Gasheizung 82 Euro pro Jahr. Eine dreiköpfige Familie in einem alten Einfamilienhaus mit veralteter Ölheizung müsste hingegen ohne Klimabonus 532 Euro pro Jahr mehr zahlen. Erhalten die einkommensschwächsten 40 Prozent der Bevölkerung nach Schweizer Vorbild einen Klimabonus in Höhe von 100 Euro erhalten, würden manche Haushalte sogar profitieren.

„Um die Klimaziele 2030noch zu erreichen, brauchen wir dringend einen CO2-Preis im Gebäude-und im Verkehrssektor“, sagt Max Gierkink, Manager am EWI. Immerhin entstünden rund 15 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor, vor allem für Heizung und warmes Wasser. „Ob dieser Preis aus einer Abgabe oder einem Emissionshandel resultiert, ist zweitrangig. Beide vermitteln die benötigten Preissignale. Langfristig ist es sinnvoll, eine sektorübergreifende und einheitliche Bepreisung von CO₂-Emissionen innerhalb der EU anzustreben. Mit Blick auf das ehrgeizige Klimaziel 2030 ist es allerdings oberstes Gebot, eine schnell implementierbare Lösung zu finden“, so Gierkink
Contracting-Modelle und „smarte Warmmieten“

Das Gutachten von EWI und FiFo zeigt auch, dass sich Investitionen in neue Heizungen und energetische Sanierung trotz des CO2-Preises nicht immer lohnen. Nur bei der Hälfte der untersuchten Gebäude reichen die höheren Energiepreise zusammen mit bestehenden KfW-Zuschüssen aus, damit sich energetische Sanierungen auch wirtschaftlich rechnen.

Im Gutachten wird auch untersucht, welche ergänzenden Instrumente geeignet wären, energetische Sanierungen auch in schwierigen Konstellationen umzusetzen. Eine wichtige Gruppe sind etwa ältere Menschen in energetisch ineffizienten Immobilien, die mit konventionellen Maßnahmen wie günstigen Krediten häufig nicht erreicht würden. Auch für die 55 Prozent der Wohnimmobilien, die vermietet sind, würden neue Modelle benötigt, damit die Menschen von einer CO2-Bepreisung nicht übermäßig stark betroffen werden.

„CO2-Bepreisung bietet einen gute Grundlage, auf der weitere Instrumente aufbauen müssen“, sagt Dr. Michael Thöne, Geschäftsführender Vorstand des FiFo. „Ohne breitenwirksame Förderprogramme und erhöhte steuerliche Abschreibungen können wir die Klimaschutzziele im Gebäudesektor nicht erreichen. Auch mit wird es noch schwer genug sein.“
Die Studie prüft und verwirft Vorschläge wie „ökologische Mietspiegel“ oder konventionelle Warmmieten nach schwedischen Vorbild. Stattdessen böten weiterentwickelte Contracting-Modelle und „smarte Warmmieten“ Ansatzpunkte, um den Klimaschutz bei Mietimmobilien voranzubringen und den Subventionsaufwand im Rahmen zu halten.

• Die Studie „CO2-Bepreisung im Gebäudesektor und notwendige Zusatzinstrumente“ ist auf der Seite des Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln verfügbar

• Max Gierkink (EWI) und Dr. Michael Thöne (FiFO) im Interview

 

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news-18018 Tue, 17 Sep 2019 13:28:00 +0200 Wir gratulieren Prof. Dr. Andreas Fügener https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/wir-gratulieren-prof-dr-andreas-fuegener/ Neuer Professor für Supply Chain Management berufen Die WiSo-Fakultät begrüßt Professor Dr. Andreas Fügener als neuen Professor für Digital Supply Chain Management. Professor Fügener ist für die Fakultät beileibe kein Unbekannter.  Seit 2016 war er bereits als Juniorprofessor für Supply Chain Management tätig. Für die WiSo-Fakultät gratulierte Dekan Ulrich W. Thonemann, selbst Seminardirektor am Department seinem Kollegen.

Auch in der Universitätsöffentlichkeit kennen viele Herrn Fügener von der multimedialen Onlinevorlesung „Einführung in die Betriebswirtschaftslehre“, im Rahmen des Studium Integrale – mit über tausend Hörern in den letzten vier Semestern eine innovative und erfolgreiche Lehrveranstaltung.

Vor seiner Kölner Zeit sammelte Andreas Fügener, der an der TU München promovierte, bereits Lehr- und Forschungserfahrung am Augsburger Lehrstuhl für Health Care Operations/Health Information Management. Seine Forschungsschwerpunkte sind Kapazitätsprobleme im Gesundheitswesen (insbesondere Personalplanung) und verhaltenswissenschaftliche Aspekte im Operations Management.

Einige Jahre war er zudem in der Unternehmensberatung tätig. Praxisbezug zeigt auch seine Forschung, so war er Finalist beim Euro Excellence in Practice Award 2016.

• Andreas Fügener in Find an Expert

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news-18009 Fri, 13 Sep 2019 14:46:55 +0200 Innovationsmanagement-Studie prämiert https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/innovationsmanagement-studie-praemiert/ Wir gratulieren Fabian J. Sting zum Jürgen Hauschildt Preis 2019! „Ausgezeichnet werden empirische Arbeiten zum Innovationsmanagement von exzellenter wissenschaftlicher Qualität, die sich mit einer relevanten Problemstellung befassen.“ So steht es in den Ausschreibungskriterien zum Jürgen Hauschildt Preis, mit dem der Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft (VHB) jedes Jahr im Herbst die „beste wissenschaftliche Publikation zum empirisch fundierten Innovationsmanagement“ auszeichnet.

Über die Anerkennung durch die Kollegen freuen darf sich in diesem Jahr Prof. Dr. Fabian J. Sting, von der Supply Chain Management Area der WiSo-Fakultät, für die gemeinsam mit Prof. Dr. Christoph Fuchs und Prof. Dr. Oliver Alexy von der TU München, sowie Dr. Maik Schlickel (Nobilia GmbH, Gütersloh) veröffentlichte Arbeit: The Ideator’s Bias: How Identity-induced Self-efficacy Drives Overestimation in Employee-driven Process Innovation (Die Voreingenommenheit des Ideengebers: Wie identitätsinduzierte Selbstwirksamkeit zu Überschätzungen bei mitarbeitergetriebener Prozessinnovation führt).

In ihrer Studie untersuchten die Wissenschaftler, ob sich Ideengeber (Ideatoren) in der Praxis bei der Einschätzung der eigenen Innovationsidee systematisch irren und warum bestimmte Ideen anfälliger für verzerrte Einschätzungen sind als andere.

Verzerrte Ideenbewertungen hängen mit der Selbstwirksamkeit zusammen, die ein Ideengeber innerhalb eines Unternehmens aus seiner spezifischen Rolle und Identität ableiten kann. Es ist mithin eine situationsspezifische Perspektive, aus der Überbewertungen von Innovationsideen resultieren. Diese Perspektive überprüften Prof. Sting und seine Kollegen anhand eines Datensatzes eines Unternehmens über mitarbeitergetriebene Prozessinnovationen. Darüber hinaus triangulierten sie den Mechanismus mit Hilfe einer Reihe von zusätzlichen Interviews und vier szenarienbasierten Experimenten. Es zeigte sich, dass Ideen von Mitarbeitern auf einer höheren (gegenüber niedrigeren) Organisationsebene und von Mitarbeitern, die Ideen in Gruppen (gegenüber individuell) erzeugen, anfälliger für Überschätzung sind.

Für Unternehmen und Organisationen haben diese Erkenntnisse wichtige Implikationen. In der Praxis wird es auf Basis der Erkenntnisse leichter zu prognostizieren, wann Ideen überschätzt werden und wie hoch diese Überschätzung ist. Zugleich mahnen die Ergebnisse deutlich zur Vorsicht bei der Voreinschätzung von potenzialstarken Ideen (beispielsweise von Gruppen deren Kreativität ohnehin überschätzt wird), denn das Erfassen des wahren Wertes von Ideen ist entscheidend für den Innovationserfolg von Unternehmen.

WiSo-Dekan Ulrich W. Thonemann gratulierte Professor Sting und auch die gesamte WiSo-Fakultät freut sich über die Auswahl der Studie zur „besten wissenschaftlichen Publikation des Jahres zum empirisch fundierten Innovationsmanagement“.

• Die Studie ist im Academy of Management Journal veröffentlicht (engl.)
• Find an Expert-Seite von Professor Dr. Fabian J. Sting

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news-18007 Thu, 12 Sep 2019 14:13:04 +0200 "Ein starker Händedruck schadet nie" https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/ein-starker-haendedruck-schadet-nie/ WiSo-Alumna Diana zur Löwen im Interview Seit 2012 als Influencerin mit den Schwerpunktthemen Mode, Beauty und Lifestyle erfolgreich, ist WiSo-Alumna Diana zur Löwen (Bachelor BWL) zuletzt auch durch ihren Einsatz für die Themen Women-Empowerment und  "Europa" aufgefallen. Lorraine Hoffmann sprach für uns mit Diana über ihr Engagement und über ihr Studium an der Universität zu Köln.

Das ganze Interview gibt es auf unseren Alumni-Seiten

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news-17997 Tue, 10 Sep 2019 11:33:08 +0200 Prof. Dr. Rainer Minz gewürdigt https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/prof-dr-rainer-minz-gewuerdigt/ WiSo-Dekan Ulrich W. Thonemann verleiht Honorarprofessur an Dr. Rainer Minz Wir gratulieren herzlich: Am 8. August 2019 berief die Universität zu Köln Herrn Dr. Rainer Minz als Honorarprofessor an die WiSo-Fakultät.

Seit über 30 Jahren engagiert sich Rainer Minz für die Fakultät. Zunächst, nach seiner Promotion im Wintersemester 1987, für fünf Jahre als Lehrbeauftragter der Universität zu Köln. Mit seinem Eintritt als Manager bei der Boston Consulting Group (BCG) im Jahr 1991 unterbrach er diese Tätigkeit vorerst.

Nach 25 Jahren erfolgreicher Tätigkeit verließ er im April 2015 als Senior Partner die BCG. Der globalen Unternehmensberatung weiterhin als Senior Advisor verbunden, konnte Rainer Minz nun an seine Alma Mater zurückkehren, um den Lehrauftrag an der Wiso-Fakultät wieder zu reaktivieren.

Im Oktober 2017 übernahm er zusätzlich die Rolle als Rektoratsbeauftragter für Alumni, Fundraising und Transfer. In dieser Funktion hat er in den letzten Jahren für unsere Universität beachtliche Erfolge erzielt. Unsere Alumni-Mitgliederzahl ist seitdem um rund 4.000 auf inzwischen über 60.000 angewachsen.

Im Fundraising war Rainer Minz maßgeblich an der Gründung der neuen Kölner Universitätsstiftung beteiligt, die inzwischen ein Spendenvolumen von rund 40 Millionen Euro verzeichnen kann. Maßgeblich war er an der Ausrichtung der Transferstrategie in Richtung auf die Gründung von Startups durch Studierende und Doktoranden beteiligt. So eröffnete die Universität im Jahre 2015 ihren Inkubator „Gateway“, war 2016 Mitgründerin des Digitalhub Cologne und 2017 des InsurLab Germany. Im Januar 2019 erhielt die Universität zu Köln als „Excellence Startup Cluster NRW“ eine Förderzusage von rund 25 Millionen Euro, verteilt über fünf Jahre von NRW-Innovationsminister Andreas Pinkwart. Damit ist die Universität zu Köln und insbesondere die WiSo-Fakultät zu einem wesentlichen Faktor im boomenden Kölner Startup-Ökosystem geworden.

Folgerichtig verschob Rainer Minz auch seine Lehrtätigkeit vom Thema Wirtschaftsprüfung hin zu Strategic Management und Entrepreneurship Mit diesen Themen ist er heute sowohl für den neuen Stiftungslehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbes. Managementlehre für Nicht-Wirtschaftswissenschaftler (Prof. Schwens) tätig als auch für die Executive Business School.

Auf Initiative der Universität wurde Dr. Rainer Minz nun nach rund 10-jähriger Lehrtätigkeit für eine Honorarprofessur vorgeschlagen. Der Titel wurde ihm offiziell in der Universität vom Dekan der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät, Herrn Prof. Dr. Ulrich Thonemann am 3. September 2019 verliehen. "Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung und bedanke mich ganz herzlich für das entgegengebrachte Vertrauen", so der frisch ernannte Prof. Dr. Rainer Minz.

Master-Studierende können die in Englisch gehaltenen Kurse von Prof. Minz in der Business School (Wintersemester) und als Business Project-Kurs mit der Bezeichnung „Build your own Business“ im Sommersemester besuchen. "Es ist bereichernd, den jungen Leuten, die heute auch in Unternehmen notwendigen Entrepreneurship-Fähigkeiten zu vermitteln“, so Prof. Dr. Rainer Minz. „So unterstützen wir gezielt das Kölner Startup-Ökosystem und können uns von anderen Universitäten differenzieren".

• CV von Prof. Dr. Rainer Minz (Kölner Universitätsstiftung)

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news-17994 Mon, 09 Sep 2019 12:55:33 +0200 Neu an der WiSo-Fakultät: Jun. Prof. Francesco Giovanardi https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/neu-an-der-wiso-fakultaet-jun-prof-francesco-giovanardi/ Dekan Ulrich W. Thonemann begrüßt neues Fakultätsmitglied Die WiSo-Fakultät freut sich über Zuwachs. Seit 1. September ist Professor Francesco Giovanardi zum Juniorprofessor am Center for Macroeconomic Research (CMR) berufen. Neben dem CMR wird Francesco Giovanardi den Exzellenzcluster ECONtribute unterstützen. Dekan Ulrich W. Thonemann hieß den neuen Professor an der WiSo-Fakultät willkommen.

Die bisherigen Forschungsinteressen von Professor Giovanardi, der seinen Doktortitel im Jahr 2013 an der Università Commerciale Luigi Bocconi in Mailand erworben hat, liegen in den Feldern angewandter Makroökonomie mit speziellem Fokus auf Geldwirtschaft und Zeitreihen-Ökonometrie.

Laufend hat Herr Giovanardi Lehrveranstaltungen für Doktoranden und Masterstudenten an der Bocconi Universität und der Universität Mailand abgehalten und kann so bereits auf einige Lehrerfahrung zurückblicken. Durch außeruniversitäre Tätigkeiten darunter ein Aufenthalt bei der Europäischen Zentralbank in Frankfurt, hat er bereits Erfahrungen in der „Praxis“ gesammelt, die seine Forschungen auch an der WiSo-Fakultät bereichern können.

Wir freuen uns sehr, Professor Giovanardi an der WiSo-Fakultät begrüßen zu dürfen und wünschen ihm einen guten Start!

• Find an Expert-Seite von Jun. Prof. Francesco Giovanardi

 

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news-17981 Wed, 04 Sep 2019 14:02:00 +0200 Gender Pay Gap (schon) in den Lohnerwartungen https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/gender-pay-gap-schon-in-den-lohnerwartungen/ Neue Studie beleuchtet die Lohnlücke in den Köpfen. Schon vor dem Abschluss ihres Studiums rechnen junge Frauen mit einem deutlich niedrigeren Einkommen als ihre männlichen Kommilitonen und diese Erwartungen haben deutliche Auswirkungen auf ihren tatsächlichen, späteren Verdienst. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsteam um die WiSo-Professorin Pia Pinger in einer aktuellen Untersuchung.

Rechnen Studentinnen im Durchschnitt mit einem Einstiegsgehalt von rund 33.400 Euro, erwarten männliche Absolventen mit knapp über 39.000 Euro deutlich höhere Summen. Das Gefälle bei den Lohnerwartungen kommt damit den realen Lohnunterschieden überraschend nah. Für ihre Untersuchung werteten die Forscher Angaben von 15.348 Studierenden und 1.155 Absolventen aus.

Entsprechend der realen Lohnlücke gehen auch die unterschiedlichen Lohnerwartungen über den Karriereverlauf hinweg schon vor Abschluss des Studiums auseinander. Männer rechnen demnach im Durchschnitt damit, bereits nach neunjähriger Berufstätigkeit fast jenes Gehalt zu erreichen das Frauen als Höchstlohn ihrer gesamten Karriere erwarten (49.000 Euro bei den männlichen gegen 51.000 Euro bei den weiblichen Studierenden).
Die niedrigeren Einkommenserwartungen von Frauen zeigten sich in der Untersuchung nahezu unabhängig vom Studienfach. Das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten spielt ebenso wenig Rolle, wie die Beobachtung des realen Arbeitsmarktes.

Neben der Auswahl von Berufen und Branchen bieten vielmehr, darauf deuten die Untersuchungsergebnisse hin, unterschiedliche Verhandlungsstile von Männern und Frauen eine stärkere Erklärung für die realen Lohnunterschiede. Wenn Frauen niedrigere Löhne erwarteten, planten sie Gehaltsforderungen zu stellen, die näher an ihrem Reservationslohn lagen. Dagegen hätten männliche Studenten mit ihren höheren Anfangsforderungen zugleich einen größeren Verhandlungsspielraum. Der mutigere Verhandlungsstil männlicher Berufseinsteiger zahle sich in den erwarteten Verhandlungsergebnissen aus.

Gezielte Verhandlungstrainings für Frauen könnten mithin nach Meinung der Wissenschaftler ein Mittel sein, die Lohnlücke in den Köpfen und in der Realität zu schließen. Erfolgversprechender als Frauen in Männerberufe zu bringen, sei darüber hinaus, die Aufklärung über das reale Lohngefälle und die Karrierekosten der Familiengründung voranzutreiben. Nicht zuletzt könnte dies junge Frauen dazu motivieren, über eine gleichmäßigere Verteilung der Kindererziehungszeiten innerhalb des Haushalts zu verhandeln, denn es sind offenbar die Erwartungen, welche die Realität bestimmen, stärker als umgekehrt.

IZA working paper No. 12522: Gender Differences in Wage Expectations: Sorting, Children, and Negotiation Styles

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news-17964 Thu, 29 Aug 2019 09:49:12 +0200 Willkommen Jun. Prof. Dr. Chitralekha Basu! https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/willkommen-jun-prof-dr-chitralekha-basu/ Dekan Ulrich W. Thonemann heißt neue Juniorprofessorin an der WiSo-Fakultät willkommen Seit dem 1. September 2019 gehört Prof. Dr. Chitralekha Basu offiziell zur WiSo-Fakultät der Universität zu Köln. Sie tritt an als Juniorprofessorin für Empirisch-Demokratische Theorie am Cologne Center for Comparative Politics (CCCP). Zukünftig wird sie außerdem den Exzellenzcluster ECONtribute unterstützen. Am Montag begrüßte Dekan Prof. Dr. Ulrich W. Thonemann Professor Basu im Namen der gesamten WiSo-Fakultät und überreichte ihr die Ernennungsurkunde.

Chitralekha Basu verfasste ihre Dissertation nach Abschluss ihres Studiums in Oxford und Cambridge und dem Promotionsstudium an der University of Rochester (NY). Erste Erfahrungen im Unterricht sammelte sie dort, vor allem durch die Leitung von Sommerkursen und Graduiertenseminaren. Zuletzt arbeitete Basu als Postdoc an der Universitat de Barcelona.

Ihre Forschung konzentriert sich auf die Beziehung zwischen politischen Parteien und der öffentlichen Meinung und deren Auswirkungen auf den Wahlprozess.Überdies untersucht sie die Entwicklung des Parteiensystems in historischen und zeitgenössischen Demokratien. Professor Basu konzentriert sich insbesondere auf die europäische und britische Politik. Für ihre Arbeit erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt den James-B.-Christoph-Preis der British Politics Group, der von der American Political Science Association organisiert wurde.

Wir freuen uns, dass die WiSo-Fakultät Chitralekha Basu gewinnen konnte und wünschen ihr einen erfolgreichen Start.

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news-17731 Tue, 20 Aug 2019 12:16:42 +0200 Wussten Sie schon, dass ein Auslandsstudium nicht automatisch zu einem besseren Job führt? https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/wussten-sie-schon-dass-ein-auslandsstudium-nicht-automatisch-zu-einem-besseren-job-fuehrt-1/ Neue Studie von Prof. Dr. Marita Jacob und Dr. Michael Kühhirt Wussten Sie schon, dass ein Auslandsstudium nicht automatisch zu einem besseren Job führt?

Studieren im Ausland ist in Europa weit verbreitet. Die Studierenden erwarten, dass ein Auslandsstudium ihre Fremdsprachenkenntnisse und interkulturellen Kenntnisse verbessert und zur persönlichen und akademische Weiterentwicklung beiträgt. Überraschenderweise ist der empirische Nachweis, ob und inwieweit internationale Erfahrungen damit zu besseren Jobs mit höherem Einkommen oder höherem beruflichen Status führen, nicht eindeutig.
Die ISS-Forscher*innen Marita Jacob und Michael Kühhirt untersuchten in einer gerade veröffentlichten Studie zusammen mit Margarida Rodrigues (Universidade Autónoma de Lisboa) die Berufskarrieren von Hochschulabsolvent*innen aus 13 europäischen Ländern fünf Jahre nach dem Studienabschluss. Die Autor*innen verglichen dabei die Jobs derjenigen, die im Ausland studiert haben, mit denjenigen, die nicht im Ausland waren. Die Ergebnisse der Untersuchung weisen auf große Länderunterschiede in den Auswirkungen eines Auslandsstudiums hin. Diese zeigten sich sowohl in Bezug auf Löhne als auch bezüglich des Erreichens einer hohen beruflichen Position: In einigen Ländern führt ein Studium im Ausland tatsächlich zu besseren Jobs, in anderen Ländern jedoch nicht und das Auslandsstudium hat dort keinerlei positive Auswirkung. Generell ist die Arbeitsmarktrendite von internationalen Erfahrungen in Ost- und Südeuropa – also in Ländern mit geringerer Qualität des Hochschulsystems, hoher Arbeitslosigkeit von Absolvent*innen und relativ wenigen Studierenden mit Auslandserfahrungen – am größten. In Ländern mit hoher Hochschulqualität und geringem Wettbewerb unter Absolventen führen internationale Erfahrungen dagegen zu keinen vorteilhafteren Jobs. Entgegen der weitläufigen Meinung verbessert somit ein Auslandsstudium die Beschäftigungschancen nur unter bestimmten Umständen.

• Alle Beiträge aus der Reihe "Wussten Sie schon, dass...?" finden Sie auf der Seite des Instituts für Soziologie und Sozialpsychologie (ISS)

 

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news-17729 Tue, 20 Aug 2019 11:37:01 +0200 „Shanghai-Ranking“ 2019 https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/shanghai-ranking-2019/ Universität zu Köln verbessert sich im aktuellen Ranking Die Universität zu Köln hat im diesjährigen Academic Ranking of World Universities („Shanghai-Ranking“) erneut Top-Positionen erzielt.

Das Shanghai-Ranking ist ein weltweites Hochschulranking, welches sechs Indikatoren benutzt - darunter die Zahl der Absolvent*innen und Mitarbeiter*innen, die Nobelpreise und und Fields-Medaillen gewonnen haben, die Anzahl der häufig zitierten Forscher*innen, die Anzahl der Artikel in Fachzeitschriften und der veröffentlichten Artikel in ausgewählten Science Citation Datenbanken. Mehr als 1200 Universitäten werden jährlich von der ausrichtenden ARWU Consultancy bewertet. Die veröffentichte Rankingliste umfasst die besten 500 Universitäten des Jahres.

Der Fachbereich Soziologie mit dem Institut für Soziologie und Sozialpsychologie der WiSo-Fakultät (ISS) ist nach wie vor Spitzenreiter auf Platz 1 in Deutschland und konnte sein internationales Ranking von Platz 76 -100 auf Platz 51-75 verbessern.

Darüber hinaus hat sich der Fachbereichs Economics im Ranking nocheinmal verbessert: Im Vorjahr belegte der Fachbereich Platz 4. In diesem Jahr liegt die Universität zu Köln auf Platz 3 des nationalen Rankings sowie auf Platz 76-100 im internationalen Vergleich.

Im Fachbereich Management belegt die Universität zu Köln Platz 3 im nationalen Ranking sowie Platz 151-200 im internationalen Ranking. Der Fachbereich Finance belegt im nationalen Ranking Platz 4 und im internationalen Ranking 151-200. Im Bereich Business Administration belegt die Universität zu Köln national Platz 4 und erreicht international Platz 151-200.

Auf der Seite der ShanghaiRanking Consultancy finden Sie die komplette Rankingübersicht.

 

 

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news-17686 Tue, 06 Aug 2019 15:22:26 +0200 Prof. Dr. Clemens Kroneberg im Interview https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/prof-dr-clemens-kroneberg-im-interview/ ERC-Projekt untersucht Integrations- und Grenzziehungsprozesse im schulischen Kontext Prof. Dr. Clemens Kroneberg spricht im Interview über das European Research Council-Projekt „Social Integration and Boundary Making in Adolescence“ (SOCIALBOND). Das ERC-Projekt untersucht Integrations- und Grenzziehungsprozesse im schulischen Kontext und hat zum Ziel, eine Theorie zu entwickeln, die erklärt, auf Basis welcher Kombinationen von Merkmalen (etwa Geschlecht, ethnische oder soziale Herkunft) sich Gruppen und Identitäten unter Jugendlichen herausbilden.

Das gesamte Interview lesen Sie hier: Prof. Dr. Clemens Kroneberg über seinen ERC Starting Grant

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news-17666 Tue, 30 Jul 2019 16:50:05 +0200 Sanierung des WiSo-Gebäudes ab Oktober 2019 https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/sanierung-des-wiso-gebaeudes-ab-oktober-2019/ Alle Veränderungen im Arbeits- und Lehrbetrieb ab Oktober 2019 Liebe Nutzer*innen und Besucher*innen des WiSo-Gebäudes,
ab Oktober 2019 wird damit begonnen, das WiSo-Hochhaus und den Flachtrakt (Verbindung zum Universitäts-Hauptgebäude) zu sanieren. Der Umbau wird einige Veränderungen im Arbeits- und Lehrbetrieb mit sich bringen. Diese haben wir auf einer Website zusammengefasst, um Ihnen Überblick über die geplanten Maßnahmen und Veränderungen geben zu können.

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news-17633 Tue, 23 Jul 2019 16:14:37 +0200 Herzlich Willkommen liebe Erstsemester*innen! https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/herzlich-willkommen-liebe-erstsemesterinnen/ Alle Infos zum Studienstart Wir freuen uns sehr, dass Sie sich für ein Studium an der Wirtschafts-und Sozialwissenschaftlichen Fakultät (kurz: WiSo-Fakultät) entschieden haben. Sie erwartet ein spannendes Studium an einer der renommiertesten Fakultäten für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in einer attraktiven Stadt.
Alle wichtigen Infos zum Studienstart für WiSo-Erstis auf einen Blick stehen Ihnen auf unserer Website zur Verfügung. Hier finden Bachelorstudierende Informationen zu Vorkursen, Modulempfehlungen für das 1. Semester, einen Musterstundenplan und erklärende Video-Tutorials sowie weitere Tipps zum Studienstart für alle Studierenden. Das Programm zu den Master Welcome Days finden Sie hier.

Sollten Sie weitere Fragen rund um Ihr Studium haben, stehen Ihnen die Studienberater*Innen des WiSo Student Service Points zur Verfügung. Informieren Sie sich gerne über unser Beratungs- und Serviceangebot.

Sehen Sie hier, was Sie bei uns erwartet:

Bachelorstudium: https://www.youtube.com/watch?v=kawnbIZGFSI&feature=youtu.be

Masterstudium: https://www.youtube.com/watch?v=AFsItVNxUW0&feature=youtu.be

 

 

 

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news-17558 Wed, 03 Jul 2019 14:19:48 +0200 „Ethikbeirat HR-Tech“: Richtlinien für verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im HR-Management https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/ethikbeirat-hr-tech-richtlinien-fuer-verantwortungsvollen-einsatz-von-kuenstlicher-intelligenz-ki/ Prof. Dr. Bernd Irlenbusch hat als Mitglied des Gremiums entscheidend zur Definierung dieser Richtlinien beigetragen Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt der Gegenwart und Zukunft. Der Einsatz von Robotern und intelligenten Maschinen nimmt stetig zu. Um den Arbeitgebern und Betrieben den ethischen Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Personalarbeit zu erleichtern, hat der sogenannte „Ethikbeirat HR-Tech“ vergangene Woche einen Entwurf für Richtlinien für den verantwortungsvollen praxisorientierten Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im HR-Management vorgestellt.

Prof. Dr. Bernd Irlenbusch vom Seminar für Business Administration, Corporate Development and Business Ethics hat als Mitglied des Gremiums entscheidend zur Definierung dieser Richtlinien beigetragen und den Diskurs um die Rahmenbedingungen für KI in der Personalarbeit in Deutschland maßgeblich geprägt. Die Richtlinien legen etwa den transparenten Einsatz von KI sowie deren Haftung und Verantwortung in der Personalarbeit fest. Außerdem soll sichergestellt werden, dass Menschen die Entscheidungskompetenz bei wichtigen Fragen im HR behalten.
 
Mehr Informationen finden Sie hier in der Pressemeldung des Ethikbeirats HR-Tech auf https://www.hkp.com/article/425 und im Artikel der F.A.Z. https://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/beruf/neuer-ethikbeirat-wenn-computer-bewerber-auswaehlen-16257834.html.

 

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news-17546 Tue, 02 Jul 2019 08:29:13 +0200 Wussten Sie schon, dass Versuchungen nachzugeben bestimmte Personen zufriedener macht als andere? https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/wussten-sie-schon-dass-versuchungen-nachzugeben-bestimmte-personen-zufriedener-macht-als-andere-1/ Neue Studie von Erik Hölzl, Michail Kokkoris und Carlos Alós-Ferrer veröffentlicht. Viele Entscheidungen im Alltag verlangen Selbstkontrolle. Soll man das leckere Dessert essen, obwohl man abnehmen will? Soll man ein schönes Kleidungsstück kaufen, obwohl man sparen will? In solchen Situationen steht man vor einer Versuchung, der man nachgeben oder widerstehen kann. Welche Entscheidung macht zufriedener? Und gibt es dabei systematische Unterschiede zwischen Personen? 
In einem kürzlich von ISS-Forscher Erik Hölzl mit seinen Kollegen Michail Kokkoris und Carlos Alós-Ferrer publizierten Artikel wurde die Zufriedenheit mit Entscheidungen untersucht, in denen einer Versuchung nachgegeben oder widerstanden wurde. Die Ergebnisse von 11 Studien mit insgesamt über 3000 Teilnehmer*innen zeigen, dass individuelle Unterschiede in der „Laienrationalität“ dabei eine wichtige Rolle spielen. Laienrationalität beschreibt die Tendenz, sich bei Entscheidungen primär auf Begründungen zu stützen und weniger auf Gefühle. Bei Entscheidungen, in denen einer Versuchung widerstanden wurde, zeigten sich Personen mit hoher Laienrationalität zufriedener als Personen mit niedriger Laienrationalität. Bei Entscheidungen hingegen, in denen einer Versuchung nachgegeben wurde, zeigten sich Personen mit niedriger Laienrationalität zufriedener als Personen mit hoher Laienrationalität. Dieser Effekt wurde durch wahrgenommene Authentizität vermittelt, also das Gefühl, dem „wahren Ich“ entsprechend zu handeln. Die Ergebnisse zeigen, dass Selbstkontrolle und Verzicht nicht immer zu mehr Zufriedenheit mit einer Entscheidung führt, sondern dass es darauf ankommt, was eine Person als legitime Grundlage für ihre Entscheidungen sieht.
 

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news-17535 Fri, 28 Jun 2019 12:00:23 +0200 WiSo Slogan Contest https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/wiso-slogan-contest/ Machen Sie mit! Im Zuge der Aktualisierung von Mission und Vision der WiSo Fakultät soll auch ein neuer Slogan für die WiSo-Fakultät entwickelt werden. Bei der Findung des neuen Slogans sind alle eingeladen, die einen Bezug zur WiSo-Fakultät haben. Erfahren Sie mehr zum Ablauf der Abstimmung und reichen Sie eigene Vorschläge für einen Slogan ein, mit dem wir uns als WiSo nach innen und nach außen hin präsentieren können: www.wiso-slogan.uni-koeln.de

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news-17240 Mon, 08 Apr 2019 09:17:46 +0200 Klassenunterschiede und Populismus: Journalist Michael Seemann eröffnet Vortragsreihe https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/klassenunterschiede-und-populismus-journalist-michael-seemann-eroeffnet-vortragsreihe/ Fortführung der Debatten-Reihe „Wahrheit, Populismus, Internet“ Menschen, die im Privaten der Globalisierung positiv gegenüberstehen, erleben Populismus anders. Das ist eine Kernthese des Medienwissenschaftlers, Bloggers und Journalisten Michael Seemann über die „Globale Klasse“, über die er am 11. April in der öffentlichen Debatten-Reihe „Wahrheit, Populismus, Internet – Recht und Regulierung im digitalen Zeitalter“ sprechen wird. Die Presse sowie alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich zur Veranstaltungsreihe eingeladen.

 

 

 

Termin:
Donnerstag, 11. April 2019, 18:00 Uhr
„Die Globale Klasse: Impuls-Vortrag von Michael Seemann in der Reihe Wahrheit, Populismus, Internet“
Universität zu Köln, Hörsaalgebäude, Hörsaal D, Universitätsstr. 35, 50923 Köln

„Recht und Regulierung im digitalen Zeitalter“ im Sommersemester 2019 ist die Fortsetzung der Reihe „Fake News und Macht im digitalen Zeitalter“, die im letzten Semester sehr erfolgreich angelaufen war und im WDR3, dem Kulturpartner der Universitäts- und Stadtbibliothek, übertragen wurde. So drehen sich die Veranstaltungen nun um die Konstellationen neuer populistischer Kommunikation und der Frage nach Regulierung, Regulierbarkeit, Regulierungsbedarf und Überregulierung im Internet.

Weitere Termine:
Montag, 13. Mai 2019, 18:00 Uhr
„Rattenfänger, Lügner, Demokraten? Populistische Kommunikation in neuesten Medien (Podiumsdiskussion)“
Universität zu Köln, Seminargebäude, Tagungsraum im Erdgeschoss, Universitätsstr. 37, 50923 Köln

Montag, 1. Juli 2019, 18:00 Uhr
„Regeln für Facebook & Co? Gesetze, Konventionen und Bedingungen für die neue Mediengesellschaft (Podiumsdiskussion)“
Universität zu Köln, Seminargebäude, Tagungsraum im Erdgeschoss, Universitätsstr. 37, 50923 Köln

Die Reihe wird gemeinsam von der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln, dem Institut für Medienkultur und Theater, dem Center for Data and Simulation Science, dem Institut für Digital Humanities und dem Dezernat für Kommunikation und Marketing der Universität zu Köln veranstaltet. Initiatoren sind der Medienkulturwissenschaftler Professor Dr. Stephan Packard und Bibliotheksdirektor Dr. Hubertus Neuhausen.

Stephan Packard sagt: „In der Angst vor populistischen Bewegungen und technisch verbreiteter Desinformation, aber auch vor Überwachung, Hate Speech und Gewaltandrohungen sowie vor Verletzungen von Privatsphären, Persönlichkeitsrechten und geistigem Eigentum wird eine dreifache Sorge laut: Dass im Internet ein rechtsfreier Raum entstehe, der nicht mehr gesetzlich zu regulieren sei; dass andererseits und im Gegenteil ein überregulierter Raum entstehe, in denen Gesetzgeber Meinungsfreiheit, Briefgeheimnis und andere Grundrechte nicht mehr achten; oder aber dass der digitale Raum unter den Einfluss neuer Mächte fallen könnte, die aus kommerziellen oder politischen Interessen das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer gegen deren Willen und vielleicht ohne ihr Wissen regulieren.“ Über diese Ängste soll es in der Veranstaltungsreihe gehen.

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news-17124 Wed, 13 Mar 2019 14:00:28 +0100 Versorgungsketten nach einem Brexit: Teurere Produkte und Lieferverzögerung drohen https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/versorgungsketten-nach-einem-brexit-teurere-produkte-und-lieferverzoegerung-drohen/ Interview mit Andreas Fügener Ein No-Deal Brexit, also ein Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, rückt näher.

Wie sich das auf die Lieferkette von Produkten auswirken kann, erklärt Jun-Prof. Dr. Andreas Fügener, Supply Chain Management-Experte an der Universität zu Köln, im folgenden Gespräch:

Presseinformation der Universität zu Köln vom 13. 3. 2019

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news-17020 Mon, 18 Feb 2019 16:51:42 +0100 Stipendium für einen Studenten der WiSo-Fakultät https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/stipendium-fuer-einen-studenten-der-wiso-fakultaet/ Jürgen Manchot Stiftung fördert praxisnahes Promotionsvorhaben Sidney Block, Masterstudent im Studiengang Corporate Development, erhält für mindestens zwei Jahre ein Promotionsstipendium von der Jürgen Manchot Stiftung aus Düsseldorf. In seiner Promotion an der Professur für Strategy von Prof. Dr. Matthias Heinz will sich Herr Block in mehreren Projekten mit den kausalen Effekten von Managementpraktiken in Unternehmen auseinandersetzen. In einem großangelegten Forschungsprojekt plant Herr Block zum Beispiel mit Daten von mehreren Einzelhandelsketten zu testen, ob Mystery Shopping eine gute Methode zur Messung von Servicequalität und der finanziellen Leistungsfähigkeit ist.

Wir danken der Jürgen Manchot Stiftung herzlich für die finanzielle Förderung des Promotionsvorhabens unseres Kölner Studierenden und wünschen Herrn Block viel Erfolg bei seiner Promotion an der Professur für Strategy!

 

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news-16976 Fri, 08 Feb 2019 10:11:37 +0100 Soziologischer Aschermittwoch https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/soziologischer-aschermittwoch/ Mit Hartmut Esser, Thomas Hinz, Stefan Hirschauer, Stephan Lessenich und Monika Wohlrab-Sahr Vor 100 Jahren wurde in Köln das erste Forschungsinstitut für Sozialwissenschaften in Deutschland gegründet. Neben einer Reihe anderer Veranstaltungen zum 100jährigen Jubiläum findet aus diesem Anlass am 6. März 2019 der erste „soziologische Aschermittwoch“ statt. Bezugspunkt dieser öffentlichen Diskussionsveranstaltung ist die aktuelle Auseinandersetzung um die zukünftige Ausrichtung der Soziologie und den Umgang mit der dieses Fach kennzeichnenden Vielfalt an Ansätzen, Methoden und Wissenschaftsverständnissen.

Wie kritisch kann und soll die Soziologie sein?
Hintergrund ist die Gründung der sog. „Akademie für Soziologie“, die teilweise als Konkurrenz zur „Deutschen Gesellschaft für Soziologie“ wahrgenommen wird. Dabei wird gerade das Verhältnis von empirisch-analytischer Soziologie – die häufig als Kern der sog. „Kölner Schule“ angesehen wird – zu anderen Ansätzen kontrovers diskutiert: Wie kritisch oder wertneutral kann und soll die Soziologie sein? Wie positioniert sie sich im Verhältnis zu Nachbardisziplinen? Welche methodischen Standards sind einzuhalten und wie kann die Soziologie der lauter werdenden gesellschaftlich-politischen Polemik gegenüber wissenschaftlicher Erkenntnis entgegentreten?

Der von Professor Clemens Kroneberg (Institut für Soziologie und Sozialpsychologie) und der Hochschulgruppe Sozialwissenschaften organisierte „soziologische Aschermittwoch“ soll diese Diskussion in Köln gerade auch für Studierende sichtbar machen. Hierzu kommen am 6. März 2019 zentrale Figuren dieser Diskussion und bekannte Fachvertreter*innen nach Köln.

Referent*innen
Den Anfang machen zwei Impulsvorträge von Thomas Hinz (Konstanz) und Stephan Lessenich (München), die anhand konkreter Beispiele veranschaulichen werden, was Soziologie ihrer Ansicht nach (nicht) leisten kann und sollte. Daran an schließt eine 90minütige Podiumsdiskussion, an der neben den beiden Referenten Hartmut Esser (Mannheim), Stefan Hirschauer (Mainz) und Monika Wohlrab-Sahr (Leipzig) teilnehmen werden. Auch für das Publikum besteht die Möglichkeit sich in die Diskussion einzubringen. Der soziologische Aschermittwoch ist einem offenen, kontroversen Austausch verpflichtet und wird im besten Fall sowohl lehrreich als auch unterhaltsam sein.

Hinweis:
Bitte registrieren Sie sich vorab kostenlos für die Veranstaltung über die folgende Webseite: Eventbrite

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Lehre/Veranstaltungen
news-16846 Tue, 22 Jan 2019 14:30:47 +0100 Jan Recker forschungsstärkster Betriebswirt "Unter 40 Jahre" https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/jan-recker-forschungsstaerkster-betriebswirt-unter-40-jahre/ WirtschaftsWoche-Ranking Professor Jan Recker von der Universität zu Köln ist im deutschsprachigen Raum laut einem aktuellen WirtschaftsWoche-Ranking der erfolgreichste Betriebswirt unter 40 Jahren. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen das Design von Informationssystemen und digitale Innovationen. Ziel dabei sei, so Recker, Mensch und Maschine gleichermaßen zu verstehen und sie in der Forschung zusammenzubringen. In seiner jüngsten Veröffentlichung thematisiert er die Verbindung von Digitalisierung und nachhaltiger Unternehmensentwicklung. Recker erklärt dazu gegenüber der WirtschaftsWoche, dies sei wichtig, denn die IT sei einer der größten Ressourcenfresser unserer Zeit.

Mehr zum Ranking: Jan Recker: Wie tickt der Jungstar der BWL? (WiWo, 21.1. 2019)

Weitere Informationen zur Person: Jan Recker bei "Find an Expert"

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news-16842 Tue, 22 Jan 2019 11:41:54 +0100 Gremienwahlen vom 22.01. bis 24.01 https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/gremienwahlen-vom-2201-bis-2401/ Wahlen zum Senat, zur Gleichstellungskommission und zur Engeren Fakultät Von heute, 22.01., bis Donnerstag, 24.01, finden die Wahlen zum Senat, zur Gleichstellungskommission und zur Engeren Fakultät statt.

Beschäftigte der Universität zu Köln können Ihre Stimmen jeweils von 9 bis 16 Uhr im Raum 20 (Fakultätssitzungssaal) im WiSo-Schlauch abgeben.

Die einzelnen KandidatInnen der Wahllisten können Sie hier einsehen: Bekanntgabe der KandidatInnen für die Wahlen vom 22.01. bis 24.01.2019

 

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news-16829 Thu, 17 Jan 2019 14:23:05 +0100 Honorarprofessur für Dr. Christian Glasmacher https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/honorarprofessur-fuer-dr-christian-glasmacher/ Berufung durch das Institut für Messewirtschaft der Universität zu Köln Wir gratulieren herzlich: Am 16. Januar 2019 wurde Dr. Christian Glasmacher der Titel eines Honorarprofessors verliehen. Seit 12 Jahren engagiert er sich als Lehrbeauftragter am Institut für Messewirtschaft der Universität zu Köln, das die Koelnmesse im Jahr 1999 mitgegründet hat. Als Mitglied der Geschäftsleitung und Bereichsleiter Unternehmensentwicklung der Koelnmesse fungiert er damit als Schnittstelle zwischen Institut und Unternehmen.

Anlässlich des 75-jährigen Firmenjubiläums der Koelnmesse im Sommer 1999 wurde gemeinschaftlich mit der Universität zu Köln das Institut für Messewirtschaft gegründet und der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät angeschlossen. Damit war das erste deutsche Institut für Messewirtschaft auf Universitätsebene geschaffen. "Ich bin stolz auf unsere langjährige erfolgreiche Kooperation mit der Universität. Die Mitwirkung der Koelnmesse ermöglicht den Studierenden dank Vorlesungen renommierter Referenten und durch Besuche von Messeveranstaltungen direkte Einblicke ins Messegeschäft", erklärt Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse.

Auf Initiative der Universität wurde Dr. Christian Glasmacher nun nach 12-jähriger Lehrtätigkeit für eine Honorarprofessur vorgeschlagen. Der Titel wurde ihm offiziell im Rahmen einer Feierstunde in der Universität vom Dekan der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät, Herrn Prof. Dr. Werner Mellis, verliehen. "Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung und bedanke mich ganz herzlich für das entgegengebrachte Vertrauen", so der frisch ernannte Prof. Christian Glasmacher.

Bachelor-Studierende am Institut für Messewirtschaft können das Schwerpunktmodul Messewirtschaft als eine von zwei im Bachelorstudium vorgesehenen Profilgruppen belegen, in dem Prof. Glasmacher die beiden Lehrveranstaltungen "Strategisches Messemanagement" und "Operatives Messemanagement" hält. "Es ist bereichernd, die jungen Leute auf ihre berufliche Laufbahn vorzubereiten und die Chance zu nutzen, junge Talente mit dem Messegeschäft bekannt zu machen. So unterstützen wir gezielt Bildung und Wissenschaft in Köln und fördern gleichzeitig den Managementnachwuchs unserer Branche", ergänzt Prof. Glasmacher.

Einzigartige Ausbildungsmöglichkeiten am Messeinstitut

Seit 1999 betreut das Institut das Schwerpunktmodul "Messewirtschaft" im Bachelorstudium, betreibt Grundlagen- und angewandte Forschung zu messebezogenen Themen und forciert die Umsetzung wissenschaftlicher Ergebnisse in die Praxis.

Die universitäre Ausbildung von Führungskräften für die Messewirtschaft wie sie an der Universität zu Köln gelebt wird, ist einzigartig. Das Institut versteht sich als Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis: Jedes Jahr engagieren sich zahlreiche Mitarbeiter der Koelnmesse als Gastdozent*innen und sorgen so neben der Theorie für die optimale Praxisnähe. Und das mit Erfolg: Seit der Gründung besuchen immer mehr Studierende die Vorlesungen des Instituts und bewerten es in regelmäßigen Umfragen überdurchschnittlich positiv. Und eine Reihe von Absolventen ist längst an wesentlichen Positionen der Messewirtschaft in ganz Deutschland und darüber hinaus tätig.

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news-16479 Tue, 13 Nov 2018 13:11:36 +0100 Verbundprojekt „OERinForm“ https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/verbundprojekt-oerinform/ Beratung für Medien- und E-Learningzentren an Hochschulen Lehrkräfte der Uni Köln und Interessierte können sich jetzt beim Zentrum Netzwerk Medien der Humanwissenschaftlichen Fakultät zum Themenbereich frei zugängliche Bildungsmaterialien, den sogenannten Open Educational Resources (OER) beraten lassen. Ob rechtliche Hintergrundinfos und praktische Anwendung von OER oder die Installation des OER-Plugins in ILIAS – das neue Serviceangebot ist das Ergebnis eines Verbundprojekts („OERinForm“), welches das Netzwerk Medien initiiert und an dem es sich für die Uni Köln über den Zeitraum von 18 Monaten beteiligt hatte. Gemeinsam mit fünf weiteren Hochschulen (Uni Augsburg, HU Berlin, JGU Mainz, HHU Düsseldorf, FAU Erlangen-Nürnberg) wurde in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt ein Informations- und Beratungskonzept für Medien- und E-Learningzentren an Hochschulen entwickelt, das jetzt in Köln in die Praxis überführt worden ist.

„Wir möchten Interessierten konkrete Anwendungsmöglichkeiten zum Thema Offene Bildungsmaterialien im Hochschulbereich an die Hand geben und weitere Menschen dafür begeistern. Dozentinnen und Dozenten können sich bei uns über frei zugängliche Lehr-Lernmaterialien informieren und wir zeigen ihnen technische Lösungen, die wir im Verbundprojekt eigens entwickelt haben“, sagt Dr. Udo Kullik, Koordinator des Projekts und Leiter des Netzwerk Medien an der Universität zu Köln. „Für uns ist es ein großer Gewinn, dass wir nun langfristig die Rolle eines kompetenten OER-Beraters an der Uni Köln einnehmen können. Ziel ist es, dass sich noch mehr dafür engagieren, offene Bildungsmaterialien zu suchen, zu nutzen, zu erstellen und mit anderen zu teilen.“

Den Lehrenden stehen unter oer.amh-ev.de eine Vielfalt an Infomaterialien zu OER kostenlos zur Verfügung. Gleichzeitig können sie sich mit dem Input zu kreativen OER Lösungen ihre eigenen Ideen umsetzen und als offene Bildungsmaterialien verbreiten.  Neben einem Reputationsgewinn der Lehrpersonen steigert sich so auch der Bekanntheits- und Nutzungsgrad der erstellten Materialien. Der erleichterte Zugang bietet außerdem Lernenden die Chance, sich Themen kostenfrei anzueignen.

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news-16404 Mon, 05 Nov 2018 13:43:33 +0100 Vertrauen ins Bankensystem? https://www.wiso.uni-koeln.de/aktuelles-und-neuigkeiten/news-einzelansicht/vertrauen-ins-bankensystem/ Ein Gespräch mit Prof. Thomas Hartmann-Wendels Bankenstresstest, die bevorstehenden US-Wahlen zum Repräsentantenhaus, Niedrigzinsen oder die Digitalisierung: Banken haben derzeit viele Baustellen. Doch auf dem Vertrauen auf Banken basiert eine gesunde Wirtschaftsentwicklung. Ein Gespräch mit Prof. Thomas Hartmann-Wendels von der WiSo-Fakultät der Universität zu Köln über große Krisen und die deutschen Banken.

Können die Wahlen zum Repräsentantenhaus am 6. November in Amerika eine Auswirkung auf die Banken haben?

Die anstehenden Wahlen zum Repräsentantenhaus entscheiden darüber, ob Trump seine Politik der Deregulierung der Banken ungestört fortsetzen kann oder ob die Demokraten diese Entwicklung hemmen oder gar verhindern können. Eine Deregulierung beflügelt zunächst einmal die Geschäftsmöglichkeiten der Banken, allein die Ankündigung von Maßnahmen zur Deregulierung hat die Aktienkurse amerikanischer Banken steigen lassen. Lockere Vorschriften verschaffen den international tätigen amerikanischen Banken einen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren europäischen Konkurrenten, gleichzeitig wächst aber auch die Gefahr, dass einzelne Banken die neu gewonnenen Freiheiten dazu nutzen, eine langfristig verantwortungslose Geschäftspolitik zu betreiben.

Geldgeschäfte basieren auf Vertrauen in die wirtschaftliche und politische Stabilität eines Landes. Das scheint in der deutschen Gesellschaft aber zu schwinden. Worin besteht die Gefahr dieser Entwicklung?

Vertrauen in stabile und verlässliche Rahmenbedingungen ist unerlässlich für eine gesunde Wirtschaftsentwicklung. Dies gilt für alle Bereiche einer Volkswirtschaft, in besonderem Maße aber für Banken. Egal ob Banken Kredite vergeben oder Einlagen entgegennehmen, stets ist das Vertrauen auf die Rückzahlung der vergebenen Kredite bzw. der bei Banken angelegten Gelder die entscheidende Geschäftsgrundlage. Schwindet dieses Vertrauen, können Investitionen nicht mehr finanziert werden, dies gefährdet Wachstum und Vollbeschäftigung.

Sehen Sie derzeit Anzeichen dafür, dass sich Unternehmen mit Investitionen in Deutschland (Ost?) zurückhalten, weil das Vertrauen in die Banken geschädigt ist?

Die Investitionsbereitschaft von Unternehmen hängt im Wesentlichen davon ab, wie erfolgversprechend die wirtschaftliche Entwicklung und wie stabil die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse eingeschätzt werden. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung ziehen einige dunkle Wolken auf, die Stichworte hier sind Brexit, Handelskrieg und wachsende Instabilität in Italien. Was die politische Entwicklung anbelangt, so haben die Vorkommnisse in den letzten Wochen sich sicherlich negativ auf die Attraktivität einiger Länder in Ostdeutschland als Unternehmensstandort ausgewirkt. Einige Banken haben zwar seit der Finanzkrise an Reputation eingebüßt, ich sehe aber keine generelle Vertrauenskrise, die zu einer Zurückhaltung bei Investitionen führt.

Wissenschaftler wie die Nobelpreisträger Robert Shiller, William Sharpe und Lars Peter Hansen warnen vor einem größeren Crash als 2008. Sehen Sie das auch so?

Es gab fast zu jeder Zeit Stimmen, die vor einer großen Krise gewarnt haben. 2008 haben sich diese Prophezeiungen dann auch einmal bewahrheitet, seitdem wird solchen Prognosen eine viel größere Aufmerksamkeit zuteil als früher. Auch derzeit gibt es eine Reihe von Indikatoren, aus denen sich durchaus plausibel ein Crash-Szenario ableiten lässt. Die Zutaten hierzu sind Brexit, wachsende Staatsverschuldung, Niedrigzinsniveau mit der Folge einer Überbewertung von Immobilien und Aktien und zunehmende politische Unsicherheiten. Ob sich daraus wirklich eine globale Krise entwickelt, ob es nur eine kleine Delle im Wirtschaftswachstum gibt oder ob der Sturm vorbeizieht ohne großen Schaden anzurichten, lässt sich derzeit nicht seriös abschätzen.

Sind Banken heute immer noch im gleichen Maß wie 2008 systemrelevant?

Während der Finanzmarktkrise haben viele Akteure beschworen, dass eine einzelne Bank nie mehr so groß werden darf, dass ihre Insolvenz die Stabilität des gesamten Finanzsystems gefährdet. Seit der Finanzmarktkrise erleben wir aber eine Zunahme der Bankenfusionen, vor allem zwar bei kleinen Instituten, aber durchaus auch bei großen Banken. Diese Entwicklung vergrößert das „too-big-to-fail“ Problem. Hintergründe der Fusionen sind u.a. das Niedrigzinsniveau und eine deutliche verschärfte Regulierung, die zunehmend zu einem Kostenfaktor für die Banken wird. Die Bankenaufsicht versucht zwar, die Gefahr, die von systemrelevanten Banken ausgeht, zu begrenzen, indem diese Banken stärker beaufsichtigt werden, indem sie höhere Eigenkapitalquoten einhalten müssen und indem sie Pläne für den Fall einer Abwicklung bereithalten müssen. Es ist allerdings mehr als fraglich, ob diese Instrumente im Ernstfall wirklich greifen. Das Problem, dass Banken systemrelevant sind, ist also bis heute nicht gelöst.

Machen deutsche Banken momentan alles richtig oder was sollten sie ändern?

Die Banken in Deutschland befinden sich in einer schwierigen Lage. Das Niedrigzinsniveau hat die Zinsmargen drastisch schrumpfen lassen, die verschärfte Regulierung hat den Kostendruck erhöht, gleichzeitig dringen neue, innovative Wettbewerber wie z.B. die Fintechs in die traditionellen Geschäftsfelder der Banken ein. Um von der Digitalisierung nicht abgehängt zu werden, bedarf es enormer Anstrengungen, insbesondere auch hoher Investitionen. Die großen Banken haben derzeit viele andere Baustellen und können sich dem Thema Digitalisierung nicht mit ganzer Kraft widmen. Die in ihrem jeweiligen Finanzverbund zusammengeschlossenen Sparkassen und Volksbanken/Raiffeisenbanken müssen ihre Kräfte besser bündeln, um mit der Entwicklung Schritt halten zu können. Oftmals ist der Chor in den Finanzverbünden zu vielstimmig und behindert damit schnelle Entscheidungen.

Stellen radikale politische Kräfte eine Gefahr für die Banken/Unternehmen dar?

Unternehmen benötigen stabile und verlässliche Rahmenbedingungen, um erfolgreich arbeiten zu können. Jegliche Form politischen Radikalismus vergrößert die Unberechenbarkeit und führt zur Zurückhaltung bei Investitionen. Hinzu kommt, dass politisch radikale Kräfte dazu neigen, die Gesetze für ein erfolgreiches Wirtschaften zu ignorieren und ihren radikalen Ansichten unterzuordnen. Die Erfahrung lehrt, dass dies auf Dauer nie gelingt. Für Banken kommt noch hinzu, dass deren Geschäftstätigkeit in besonderem Maße vom Vertrauen ihrer Kunden abhängt. Wir erleben aktuell in Italien, dass politischer Radikalismus das Vertrauen der Anleger in die Sicherheit ihrer Geldanlagen erschüttert. Geldanlagen werden zunehmend über die Grenze in die sichere Schweiz verlagert, weil die Angst wächst, dass Kapitalverkehrskontrollen eingeführt werden, um einen Bank-Run zu verhindern. Sollte diese Tendenz sich verstärken, werden die italienischen Banken in ernste Liquiditätsschwierigkeiten geraten.

Die deutschen Banken sollten im internationalen Wettbewerb mithalten können. Spricht das für eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank?

Die Deutsche Bank und die Commerzbank sind in den letzten Jahren im internationalen Wettbewerb deutlich zurückgefallen. Die Deutsche Bank spielt längst nicht mehr in der ersten Liga der international tätigen Banken mit, die Commerzbank hat noch nie so richtig dazu gehört. Beide Banken haben mit immensen internen Problemen zu kämpfen. Diese werden durch eine Fusion nicht gerade geringer. Im Gegenteil, die Zusammenführung zweier großer Banken ist eine Mammutaufgabe, die immense Summen verschlingt und die neu entstandene Bank von anderen wichtigen Themen wie z.B. den Herausforderungen durch die Digitalisierung ablenkt. Zusammengefasst kann man sagen, dass durch die Fusion zweier schwächelnder Institute keine starke Bank entsteht, da durch die Fusion keines der bestehenden Probleme gelöst wird, sondern nur zusätzliche geschaffen werden.

Zur Person
Prof. Dr. Thomas Hartmann-Wendels ist Direktor am Seminar für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Bankbetriebslehre und am Forschungsinstitut für Leasing sowie Geschaftsführender Direktor der Abteilung Bankwirtschaft am Institut für Bankwirtschaft und Bankrecht der Universität zu Köln.

Das Interview steht auch zum Abdruck und zur digitalen Verwendung zur Verfügung, siehe die folgende Pressemitteilung der Universität zu Köln für weitere Informationen und Kontaktdaten: Vertrauen in Bankensystem: „Politischer Radikalismus führt zur Zurückhaltung bei Investitionen

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