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Deutschlands erstes Terminal für Liquified Natural Gas (LNG) in Planung

Das EWI kündigte den damit verbundenen Profit schon Ende 2016 in einer Studie an

Gastanker vor LNG Terminal

Foto: TheoRivierelaan / pixabay.com

In Brunsbüttel an der Elbe soll bald das erste Hafenterminal für Flüssiggas erbaut und damit ein zukunftsweisendes Energieprojekt für Deutschland gestartet werden. Dort können dann erstmals Gas-Supertanker, die oftmals über 300m lang und 30m hoch sind, anlegen und, der auf minus 126 Grad heruntergekühlte, verflüssigte und auf ein Sechshundertstel des ursprünglichen Volumens geschrumpfte Brennstoff aus den Schiffsbäuchen kann in seinen gasförmigen Zustand zurückverwandelt werden. 

Jahrelang war der Bau eines solchen Terminals politisch nicht notwendig. Die Versorgung läuft stets über die Terminals benachbarter Staaten, wie Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Diese verfügen über ausreichend Kapazität und sind nicht einmal ansatzweise ausgelastet. Auch durch riesige Pipelines aus Norwegen oder Russland erhält Deutschland genügend Erdgas aus der Leitung, um den allgemeinen Bedarf zu decken.  

Weshalb fiel die Entscheidung also gerade jetzt ein solches Terminal zu errichten? 

Ende 2016 schrieb eine Studie des Energiewirtschaftlichen Instituts der Universität zu Köln noch, dass die Leitungsverbindungen mit Belgien und den Niederlanden ausreichend sind. Allerdings betont die Studie auch, dass es künftig „Entwicklungen im kleinräumigen LNG-Markt geben wird, die ein deutsches LNG-Terminal zu einem lohnenden Geschäft machen.“ Genau deswegen soll das Terminal nun in Brunsbüttel von zwei niederländischen Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Tanklager-Logistikunternehmen Oiltanking GmbH erbaut werden. Das dort gelagerte Tiefkühlgas soll als alternativer Treibstoff verkauft werden. Und zwar an Kreuzfahrt-, Binnen- oder Containerschiffe sowie als Industriegas für chemische Betriebe in der Region. Somit können umweltbelastende Abgase verringert werden, was dieses Projekt so zukunftsweisend macht und weshalb der Bau weiterer Terminals schon in Planung ist.