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FiFo-Newsletter Nr. 9 -- Juni 2009
Der neue Newsletter des Finanzwissenschaftlichen Forschungsinstituts
an der Universität zu Köln (FiFo Köln) umfasst die
im Winter 2008 und im 1. Halbjahr 2009 erschienenen Arbeiten aus
dem FiFo und aus dem Seminar für Finanzwissenschaft der Universität
Köln.
FiFo-Newsletter Nr. 9 umfasst folgende Rubriken:
A. Aktuelle Meldungen
B. FiFo-CPE Discussion Papers (Finanzwissenschaftliche
Diskus-sionsbeiträge)
C. Studien und Beiträge aus dem FiFo
D. Weiter Veröffentlichungen von FiFo-Angehörigen und
aus dem Seminar für Finanzwissenschaft
E. Kurzfassungen und Abstracts
Impressum (Abonnieren und Abbestellen
des FiFo-Newsletters)
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A.
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Aktuelle Meldungen
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Pressemeldungen und kleinere Mitteilungen zum und aus
dem FiFo finden Sie tagesaktuell auf der Startseite unserer Webpräsenz
www.fifo-koeln.de.
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B.
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FiFo-CPE Discussion Papers
(Finanzwissenschaftliche Diskussionsbeiträge)
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1. Warum
die Steuerzahler eine Steuervereinfachung verhindern,
von Klaus Mackscheidt.
FiFo-CPE Discussion Papers; 09-1, Köln, April 2009 (pdf, 133
KB)
2.
Fiscal Equalisation and the Soft Budget Constraint,
von Robert C. Plachta.
FiFo-CPE Discussion Papers; 08-8, Köln, November 2008 (pdf,
275 KB)
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C.
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Studien und Beiträge aus dem FiFo
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1. Reform des Finanzföderalismus in Deutschland,
von Clemens Fuest und Michael Thöne.
Berlin: Stiftung Marktwirtschaft, Frankfurter Institut, 2009
Langfassung
(pdf, 324 KB)
Kurzfassung
(pdf, 67 KB)
Abstract: S. unten E: Kurzfassungen und Abstracts
2. The Open Budget Survey
2008.
Erstellt von der International Budget Partnership (IBP) of the Center
on Budget and Policy Priorities, Washington D.C. Die Evaluierung
des deutschen Haushaltswesens wurde im FiFo durchgeführt von
Christian Bergs und Michael Thöne
3.
Untersuchung des deutschen Steuersystems im Hinblick auf die Gewichtung
von ertragsabhängigen und ertragsunabhängigen Steuern,
von Clemens Fuest und Michael Thöne.
In: BMF-Monatsbericht, Januar 2009, S. 69 - 76.
4. FiFoSiM
- an integrated tax benefit microsimulation and CGE model for Germany,
von Andreas Peichl und Thilo Schaefer.
In: INTERNATIONAL JOURNAL OF MICROSIMULATION (2009) 2(1), 1-15
5. Perspektiven
für die Autobesteuerung von morgen,
von Dieter Ewringmann.
Vortrag anlässlich der Konferenz des ACL, Luxemburg 15. Dezember
2008. - Köln, 2008
6. Klimaschutz
und Erneuerbare Energien: Wettbewerb und Zusammenarbeit zwischen
Deutschland und Luxemburg,
von Dieter Ewringmann.
Bericht zur 4. Deutsch-Luxemburgischen Wirtschaftskonferenz "Klima-
und Umweltschutz - Chancen durch Innovation" am 25. September.
- Köln, 2008
7. Finanzwissenschaftliche
Aspekte der Weiterentwicklung des CO2-Emissionshandels
am Beispiel Deutschlands,
von Roman Bertenrath.
Dissertation, Universität zu Köln, 2008 (pdf, 1,9 MB)
Abstract: S. unten E: Kurzfassungen und Abstracts
8. Können
Steuern in Deutschland einfach und familienfreundlich sein?
von Thilo Schaefer.
Dissertation, Universität zu Köln, 2008 (pdf, 854 KB)
Abstract: S. unten E: Kurzfassungen und Abstracts
9. Lebenslagen
in Deutschland: Forschungsprojekt "Der Zusammenhang zwischen
Steuerlast- und Einkommensverteilung",
von Christian Bergs, Clemens Fuest, Andreas Peichl, Thilo Schaefer,
Michael Thöne (FiFo Köln); Berndt Fritzsche, John Haisken-DeNew,
Rainer Kambeck, Lars-H.R. Siemers (RWI Essen).
- Berlin, 2008
(pdf, 1,5 MB)
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D.
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Weitere Veröffentlichungen von FiFo-Angehörigen und aus dem Seminar
für Finanzwissenschaft
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1. Würde mehr Steuerautonomie die finanzschwachen
Bundesländer benachteiligen?
von Clemens Fuest.
In: Kritische Vierteljahresschrift für Gesetzgebung und Rechtswissenschaft
(KritV), Vol. 91(2008), Heft 2, S. 200 - 212
2. The
European Commission´s Proposal for a Common Consolidated Corporate
Tax Base,
von Clemens Fuest.
WP 08/23, Centre for Business Taxation, University of Oxford, 2008.
3. Restructuring of the tax system: The impact
on the distribution of the tax burden,
von Clemens Fuest.
In: Improving the Quality of Economic and Fiscal Policy in Europe:
Economic Policy Committee in Potsdam, 26/27 June 2008, S. 52 - 57
4. Grundeinkommen vs. Kombilohn: Beschäftigungs-
und Finanzierungswirkungen und Unterschiede im Empfängerkreis,
von Clemens Fuest, Andreas Peichl.
In: Review of Economics - Jahrbuch für Wirtschaftswissenschaften,
59(2008), Heft 2, S. 94 - 113.
5. The
UK Should Increase VAT,
von Clemens Fuest.
Oxford University Centre for Business Taxation Policy Articles 09/03,
June 2009
6. Optimal
tax policy when firms are internationallly mobile,
von Johannes Becker und Clemens Fuest.
WP 09/07, Centre for Business Taxation, University of Oxford, June
2009.
7. EU
Regional Policy and Tax Competition: Revised version,
von Johannes Becker und Clemens Fuest.
WP 09/02, Centre for Business Taxation, University of Oxford, January
2009.
8. Measuring
Richness and Poverty: A Micro Data Application to Europe and Germany,
von Andreas Peichl, Thilo Schaefer und Christoph Schleicher.
IZA Discussion Paper No. 3790. Oktober 2008.
9. Die Schuldenbremse im Finanzausgleich - Eine
alternative Budgetregel für die Bundesländer,
von Max Groneck und Robert C. Plachta.
In: Zeitschrift für Wirtschaftspolitik, 57(2008), Heft 3, S.
259-284.
10. Schuldenbremse oder Schuldenschranke für die deutschen
Bundesländer?
von Max Groneck und Robert C. Plachta.
In: Review of Economics - Jahrbuch für Wirtschaftswissenschaften,
59(2008), Heft 2, S. 169-195.
11. Es
glänzt nicht alles, was gold ist: Wachstums- und Wohlfahrtswirkungen
von Budgetregeln,
von Max Groneck.
Dissertation, Universität zu Köln, 2008 (pdf, 1,4 MB)
Abstract: S. unten E: Kurzfassungen und Abstracts
12. Schuldenfalle
Finanzausgleich: Theoretische und empirische Analyse der deutschen
Finanzverfassung,
von Robert C. Plachta.
Dissertation, Universität zu Köln, 2008 (pdf, 1,2 MB)
Abstract: S. unten E: Kurzfassungen und Abstracts
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E.
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Kurzfassungen und Abstracts
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1.
Reform des Finanzföderalismus in Deutschland,
von Clemens Fuest und Michael Thöne.
Berlin, 2009
Mit der Umsetzung der Schuldenbremse wird eines der drei finanzpolitischen
Hauptprobleme des deutschen Föderalismus offensiv angegangen.
Dieser Schritt sendet in der Konjunkturkrise das richtige stabilitätspolitische
Signal für die Zeit danach. Zugleich erhöht diese Entscheidung
den Reformdruck bei den anderen Angelpunkten der Finanzierung der
Länder: Wo diese die Freiheit zur Verschuldung
verlieren, benötigen sie mehr Autonomie bei den steuerlichen
Einnahmen und einen Finanzausgleich, der sie aus enger wechselseitiger
Abhängigkeit befreit.
Wir schlagen vor, den Länderanteil an der Einkommensteuer partiell
durch eine eigene Ländereinkommensteuer zu ersetzen. Sie nutzt
dieselbe Bemessungsgrundlage, aber gibt den einzelnen Ländern
Freiheit bei der Gestaltung ihres Steuertarifs. Den komplexen und
anreizfeindlichen horizontalen Länderfinanzausgleich empfehlen
wir, abzuschaffen und durch einen einfachen vertikalen Ausgleich
zu ersetzen. Unser Modell verschafft den einzelnen Ländern
nahezu die gleichen Einnahmen wir heute, ist dabei aber wesentlich
transparenter sowie anreiz- und autonomiefreundlicher.
Dabei sollte nicht aus dem Auge verloren werden, dass die Reform
des Fiskalföderalismus kein finanzpolitischer Selbstzweck ist.
Sie dient der Entwicklung und zum Teil auch die Wiedergewinnung
föderaler Vielfalt in Deutschland. Mit einer solchen Fortführung
der Föderalismusreform gewinnen die Länder mehr Handlungsspielräume
und Anreize, um klare und von ihren Bürgern differenziert wahrzunehmende
Landespolitik zu treiben.
Langfassung
Kurzfassung
2.
Finanzwissenschaftliche Aspekte der Weiterentwicklung des CO2-Emissionshandels
am Beispiel Deutschlands,
von Roman Bertenrath.
Dissertation, Universität zu Köln, 2008
Kurzfassung:
Der zukünftige Ausbau des EU-Emissionshandels steht angesichts
der weltweit steigenden Energiepreise vor neuen Herausforderungen,
auf die Antworten gefunden werden müssen. Politiker sehen sich
mit der Frage konfrontiert, welche Folgen steigende Energieträgerpreise
haben können, wenn sie in Kombination mit (steigenden) CO2-Preisen,
welche einen Teil der Kosten des Klimaschutzes reflektieren, beim
Endverbraucher angelangen. Ziel der Arbeit ist es, drei verschiedene
finanzwissenschaftliche Fragenkomplexe der Weiterentwicklung des
EU- Emissionshandels anhand der Rahmenbedingungen, wie sie in Deutschland
herrschen, zu analysieren und zu beantworten. Nach Vorstellung der
einschlägigen Studien über die Auswirkungen einer CO2-Steuer
auf den Haushaltssektor, ergänzt Kapitel 2 die Literatur um
eine Untersuchung der Effekte, die durch das Zusammenspiel steigender
Preise für Haushaltsenergie in Verbindung mit alternativen
CO2-Preisen am Beispiel Deutschlands auf Haushaltsebene
ausgelöst werden. Dies erfolgt auf Basis eines Mikrosimulationsmodells
anhand von modellierten Preisszenarien für Rohöl und CO2.
Kapitel 3 wechselt von der ökonomischen in die juristische
Betrachtungsweise und arbeitet die finanzverfassungsrechtliche Einordnung
der aus der Veräußerung von CO2-Emissionsberechtigungen
auf Seiten des Staates generierten Einnahmen heraus. In Kapitel
4 wird ein schlankes Ausgestaltungskonzept für ein hegemonial
weit angelegtes Emissionshandelssystem auf Up-Stream-Basis mit einer
Einschätzung der mit seiner Operationalisierung verbundenen
Transaktionskosten vorgestellt. Kapitel 5 fasst die wichtigsten
Ergebnisse zusammen.
Abstract:
This book reflects the advancement of carbon dioxide emission trading
under the aspect of public finance using the example of Germany.
It adds to the existing literarure the aspect of simulatneous interactions
of rising energy prices and prices of carbon dioxide and its effects
on income distribution of german households. This analysis is based
on a designed microsimulation model. In this way distributional
effects of rising energy prices and CO2-prices
can be computed in genreal and for special types of households.
Furthermore the isolated CO2-effects on income-distribution
are presented. Finally an efficient up-stream-approach, that is
also feasible in the EU to advance the EU-ETS post 2013, is analysed
using the example of Germany.
3. Können
Steuern in Deutschland einfach und familienfreundlich sein?
von Thilo Schaefer.
Dissertation, Universität zu Köln, 2008
Kurzfassung:
Aus ökonomischer Sicht ist eine Besteuerung wünschenswert,
die die Entscheidungen der Wirtschaftssubjekte minimal verzerrt,
da auf diese Weise die Zusatzlast der Besteuerung minimiert werden
kann. Von einer Steuerreform mit dem Ziel gesteigerter Effizienz
werden verbesserte Anreizstrukturen und in der Konsequenz höhere
Wachstums- und Beschäftigungsraten erwartet, was die Wohlfahrt
insgesamt steigert. Die Umsetzbarkeit einer solchen Steuerreform
hängt jedoch in hohem Maße von den zu erwartenden Verteilungswirkungen
ab. Wenn nur bestimmte gesellschaftliche Gruppen oder Einkommensschichten
an der beabsichtigten Wohlfahrtssteigerung partizipieren oder in
stärkerem Maße als andere davon profitieren können,
sinken die Chancen, dass sich eine Mehrheit für eine solche
Steuerreform findet. Häufig liegt zwischen mittelfristigen
Effizienzvorteilen und kurzfristigen Verteilungswirkungen ein Zielkonflikt
vor. Oder lässt sich die Besteuerung so gestalten, dass beiden
Zielen Rechnung getragen werden kann? Um Antworten auf diese Frage
zu finden, wird in dieser Arbeit die Methode der Mikrosimulation
eingesetzt. Mikrosimulationsmodelle erlauben es, das Steuersystem
detailliert abzubilden und Effekte von Veränderungen im Detail
nachzuvollziehen und auszuwerten. Die vorliegende Arbeit präsentiert
diese Modellklasse als geeignetes Instrument zur Analyse von Verteilungseffekten
und mikroökonomischen Auswirkungen von Steuerreformen. Die
Untersuchung konzentriert sich dabei auf die Analyse direkter Steuern
und Abgaben. Zunächst wird die Position Deutschlands im Hinblick
auf die Umverteilungs- und Progressionswirkungen direkter Besteuerung
im Kontext der EU-15 bestimmt. Dazu wird eine Querschnittsanalyse
von europäischen Einkommensteuern, Sozialabgaben und monetären
Transfers durchgeführt. Die Progressionswirkung der Einkommensteuer
nimmt mit deren zunehmender Bedeutung im jeweiligen Steuersystem
ab. Dies gilt mit Abstrichen auch, wenn zusätzlich Sozialversicherungsabgaben
betrachtet werden. Bei der Gesamtbetrachtung von direkten Steuern
und Abgaben liegt Deutschland daher eher im Mittelfeld. Ohnehin
kommt das deutsche System aus Einkommensteuer, Sozialversicherungsabgaben
und monetären Transfers insgesamt einer komplett proportionalen
Gestaltung relativ nahe. Dies spricht dafür, die Besteuerung
in Deutschland deutlich zu vereinfachen, was zuletzt immer wieder
Gegenstand der Diskussion über Steuerreformen ist. Von einer
vereinfachten Steuersystematik wird mehr Effizienz und gleichzeitig
mehr Fairness erwartet. Unter Steuervereinfachung werden hier die
Verbreiterung der Bemessungsgrundlage und die Glättung des
Tarifs verstanden. Untersucht werden die Effekte einzelner Maßnahmen
und die Kombination aus beiden Komponenten für Deutschland.
Der Wegfall von Abzugsmöglichkeiten reduziert insgesamt die
Ungleichheit der Einkommensverteilung. Gleichwohl kann es im Einzelfall
zu deutlichen Zusatzbelastungen kommen. Die Glättung des Tarifs
kann zwar in der Gesamtwirkung verteilungsneutral ausgestaltet werden,
im Vergleich zu (mehrstufig) progressiven Tarifverläufen wird
jedoch vorwiegend die Mittelschicht zugunsten niedriger und hoher
Einkommen belastet. Bei einer Kombination beider Komponenten der
Steuervereinfachung überwiegt die Wirkung der Tarifglättung
zulasten Bezieher mittlerer Einkommen. Insgesamt würde die
Ungleichheit der Einkommensverteilung zurückgehen. Die Glättung
des Einkommensteuertarifs hat zur Konsequenz, dass der Splittingvorteil
für Ehegatten in den hier betrachteten Varianten auf den Grundfreibetrag
beschränkt wird. In Deutschland profitieren Familien steuerlich
nur indirekt vom Ehegattensplitting und besser situierte Familien
vom Kinderfreibetrag. Deshalb wird abschließend untersucht,
wie sich eine direkte steuerliche Berücksichtigung von Familien
nach französischem Vorbild bzw. in Form eines Familienrealsplittings,
d.h. durch Beschränkung des Splittingvorteils zugunsten eines
zusätzlichen Grundfreibetrags für Kinder, in Deutschland
auswirken würde. In beiden Varianten würden viele Familien
profitieren und sich die Arbeitsangebotsanreize für Frauen
verbessern. Die in dieser Arbeit untersuchten Varianten wurden in
der Regel so gestaltet, dass sich das Steueraufkommen kurzfristig
nicht oder nur minimal ändert. Der Spielraum für umfangreichere
Steuerreformen mit insgesamt positiven Verteilungswirkungen würde
durch eine Senkung staatlicher Ausgaben zweifellos größer.
Zu befürchten ist angesichts der zu erwartenden demographischen
Entwicklung jedoch eher ein weiteres Ansteigen der Ausgaben, insbesondere
zur Finanzierung der Sozialsysteme. Dies spricht dafür, grundsätzliche
Reformansätze wie eine am Vorbild der Schweiz orientierte Gestaltung
der Finanzierung des Sozialstaats weiter zu diskutieren.
Abstract:
From an economic perspective, it is desirable that the decisions
of economic agents are minimally distorted by taxation and the excess
burden of taxation can be minimized. From a tax reform with the
objective of increased efficiency, improved incentive structures
and consequently higher growth and employment rates are expected,
which increases overall welfare. The chance to implement such a
tax, however, depends heavily on the anticipated effects on the
distribution of incomes. If only certain social groups or income
brackets participate in the proposed increase in welfare or benefit
to a greater extent than others, the chances to find a political
majority for such a tax reform will diminish. Often there is a trade-off
between medium-term efficiency and short-term effects on distribution.
Or is a tax system possible that fulfils both objectives? To answer
this question the method of microsimulation is used. Microsimulation
models allow for a detailed evaluation of the tax system and effects
of changes. This paper presents the model class as an appropriate
instrument for the analysis of distributional effects and micro-economic
impacts of tax reforms. The investigation focuses on the analysis
of direct taxes and charges. First, Germany's position concerning
the redistributive effects and progression of direct taxation is
determined in the context of the EU-15 by a cross-sectional analysis
of European income taxes, social security payments and monetary
transfers. The progressivity of the income tax decreases with its
growing importance in the respective tax system. This also applies
if social security payments are considered. The overall effects
of income tax, social security and monetary transfers in Germany
are relatively close to a proportional system. This finding might
be an argument for the simplification of taxation in Germany, particularly
as this has repeatedly been the subject of discussion on tax reform.
A simplified tax scheme is expected to increase efficiency and fairness.
Here, tax simplification is understood as broadening the base and
the smoothing of the tariff. The effects of these elements are analysed
separately as well as combined. The elimination of deductions reduces
the inequality of the income distribution. Nevertheless, individuals
can face significantly higher burdens. The smoothing of the tariff,
although designed to be neutral to the overall distribution, favours
low and high incomes compared to a (multilevel) progressive tariff
while the middle class is burdened. When combining both components
of tax simplification the impact of flattening the tax is stronger;
thus medium-income recipients still suffer. Overall, the inequality
of income distribution decreases. One aspect of the smoothing of
the income tax rate is that the splitting benefit for spouses is
limited to the basic allowance in the variants analysed here. In
Germany, families benefit only indirectly from splitting benefits
while better situated families also benefit from child allowance.
Therefore, two family tax reforms are investigated. First, a family
splitting tariff implementing a modified French model and second,
a so-called real family splitting, i.e. limiting the splitting advantage
in favour of an additional basic allowance for children in Germany.
In both variants many families would benefit and the labour supply
incentives for women would increase. The analysed variants are usually
designed neutral or almost neutral to short-term tax revenue. The
margin for major tax reforms with overall positive effects would
undoubtedly increase if government expenditures were reduced. However,
considering demographic trends, rather a further increase in spending
can be expected, particularly on the financing of social systems.
This indicates that fundamental reform approaches e.g. a Switzerland-based
design of the financing of the welfare state should be discussed
further.
4. Es
glänzt nicht alles, was gold ist: Wachstums- und Wohlfahrtswirkungen
von Budgetregeln,
von Max Groneck.
Dissertation, Universität zu Köln, 2008
Kurzfassung:
Die Arbeit vergleicht drei prominente Budgetregeln zur Begrenzung
der Fiskalpolitik sowohl institutionell als auch theoretisch: die
Goldene Regel, eine Fixe Defizitquote und ein strukturelles Schuldenverbot.
In Kapitel 2 wird zunächst eine allgemeine Begründung
für Budgetregeln geliefert und die untersuchten Budgetregeln
und deren Intention werden vorgestellt. In den Kapiteln 3 bis 5
erfolgt eine theoretische Analyse der Auswirkungen dieser Budgetregeln
auf das Wirtschaftswachstum und die Wohlfahrt einer Volkswirtschaft
im Rahmen eines endogenen Wachstumsmodells mit produktiven Staatsausgaben.
Hierbei werden insbesondere die Unterschiede der Fixen Defizitquote
und der Goldenen Regel analysiert, die sich daraus ergeben, dass
sie die Zusammensetzung der Staatsausgaben unterschiedlich beeinflussen.
In den Kapiteln 6 und 7 erfolgt eine institutionelle Analyse der
Budgetregeln. Es werden die bestehenden Kreditbegrenzungsregeln
in Deutschland und deren Unzulänglichkeiten analysiert. Anschließend
werden Reformoptionen dargestellt und deren Auswirkungen für
die deutschen Bundesländer ex-post für den Zeitraum von1999-2006
quantifiziert.
5. Schuldenfalle
Finanzausgleich: Theoretische und empirische Analyse der deutschen
Finanzverfassung,
von Robert C. Plachta.
Dissertation, Universität zu Köln, 2008
Kurzfassung:
Das Ziel der Arbeit besteht darin, die entscheidenden Wirkungszusammenhänge
zwischen Finanzausgleich und Verschuldung theoretisch zu analysieren
und diese im deutschen Kontext empirisch zu überprüfen.
Die Agenda umfasst sowohl eine Bestandsaufnahme der gesetzlichen
Grundlagen zum deutschen Länderfinanzausgleich und den Verschuldungsregeln,
als auch eine theoretische und empirische Auseinandersetzung, die
dem Schlagwort Schuldenfalle Finanzausgleich Gehalt verleihen soll.
Die Analyse geht dabei wie folgt vor: Kapitel 2 untersucht zwei
der wesentlichen Bestandteile der deutschen Finanzverfassung: Die
Regelungen zum Finanzausgleich und die für alle Länder
maßgebenden Regelungen zur Verschuldung. Kapitel 3 baut einen
positiven Modellrahmen auf, der es erlaubt, verschiedene Finanzausgleichsmechanismen
auf ihre Verschuldungsanreize hin zu untersuchen. Kapitel 4 untersucht
empirisch den theoretisch abgeleiteten Anreiz des Finanzausgleichs
deutscher Prägung auf die Verschuldungspolitik der Bundesländer
im Zeitraum von 1970 bis 2007. Kapitel 5 zeigt Reformalternativen
auf, die im Rahmen der Föderalismuskommission diskutiert werden.
Darüber hin aus werden zwei Reformvorschläge, die Schuldenbremse
im Finanzausgleich und der Wirtschaftskraftausgleich, simuliert
und die Verschuldungsanreize diskutiert. Kapitel 6 zieht ein Fazit.
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